The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Debatten
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast

Kantone sind kritisch

Nicht überall hat es zu viel Ärzte. In Nidwalden zum Beispiel fehlt es an Gynäkologen. Keystone Archive

Das Zahlenmaterial, auf das sich der Bund bei seinem Zulassungsstopp für Arztpraxen stützt, stösst bei den Kantonen auf Skepsis.

Die Verordnung ist seit Donnerstag in Kraft. Sie legt die pro Kanton und Fachrichtung höchstzulässige Zahl von Ärzten und anderen Leistungserbringern fest.

Bevor die Kantone mit der Ausarbeitung konkreter Umsetzungs-Szenarien beginnen, wollen sie zuerst die Verordnung und insbesondere ihren Anhang genau analysieren.

«Seltsames Zahlenmaterial»

Sie werden vor allem auch die Zahlen unter die Lupe nehmen, die der Verordnung zugrunde liegen. Im Kanton Aargau zum Beispiel entsprechen sie laut Kantonsarzt Martin Roth nicht der Realität.

«Grösste Vorbehalte» in Bezug auf die Zahlen hat auch das Waadtländer Gesundheits-Departement. Das Zahlenmaterial erscheine «seltsam», sagte ein Departement-Sprecher.

Die meisten Kantone waren bis Donnerstagmittag indes noch nicht im Besitz des Anhangs. Deshalb wollten sie sich auch noch nicht näher äussern. Etliche Kantone wie etwa Zürich werden sich ohnehin erst nach den Sommerferien damit befassen.

Zusammenarbeit nach Regionen

Fest steht für einige Kantone aber schon jetzt, dass sie sich untereinander absprechen werden. Die Ostschweizer Kantone werden sich zu diesem Zweck nächsten Montag zusammensetzen.

Koordiniert vorgehen wollen auch die Zentralschweizer Kantone, wie Walter Bachmann, Sekretär im luzernischen Gesundheits-Departement, erklärte. Auch Zürich und Glarus suchen das Gespräch mit anderen Kantonen. Das gilt auch für die Westschweizer Kantone, die sich bereits beraten.

Nicht alle Kantone sind jedoch von der Tauglichkeit des Zulassungsstopps als Kostendämpfungsmittel überzeugt. Der Schaffhauser Kantonsarzt Jürg Häggi erwartet «praktisch keinen Kostenstopp». Zwiespältige Gefühle hat auch Mario Brunetti vom thurgauischen Departement für Finanzen und Soziales.

Basel für Alterslimite

Zufrieden mit dem Zulassungsstopp sind die Kantone Wallis, Aargau und Graubünden. Nach Ansicht des Bündner Sanitätsdirektors Peter Aliesch müssten indes ähnliche Massnahmen auch bei den Spitälern und den Medikamenten ergriffen werden.

Im Kanton Basel-Stadt wird eine differenzierte Umsetzung angestrebt. Es könne ja nicht sein, dass für viel Geld ausgebildete junge Mediziner stehen gelassen würden, während Ärzte im Pensionsalter noch praktizierten.

Basel befürwortet deshalb die Aufhebung des Vertragszwangs und eine Alterslimite, wie Andreas Faller, Sekretär des Basler Gesundheitsdepartements, sagte.

Gefragte Psychiater

In den meisten Kantonen ist in Bezug auf die Ärztedichte ein Stadt-Land-Gefälle feststellbar, wobei auf dem Land eher Allgemeinärzte, in der Stadt eher Fachärzte praktizieren.

Den grössten Bedarf an Ärzten scheint es in der Psychiatrie zu geben, so etwa in den Kantonen Bern, Aargau, Zug und Wallis, wo zudem Augenärzte fehlen. Im Kanton Bern stieg zudem der Bedarf an Radiologen und Anästhesisten. In Nidwalden fehlt es an Gynäkologen.

swissinfo und Agenturen

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!

Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft