Katastrophen-Alarme im Ausland – Schweiz verschont
Die Sommer-Sintflut hat am Dienstag einen neuen Höhepunkt erreicht und europaweit mehreren Städten Rekord-Fluten gebracht.
Mehrere Menschen kamen in den Fluten ums Leben.
Nach den heftigen Regenfällen vom Wochenende hat sich in der Schweiz die Lage entspannt. Allerdings blieben insbesondere die Fluss- und Seepegelstände im Kanton Bern hoch. Der Thunersee überschritt am Montagnachmittag die Schadensgrenze. Entwarnung wurde dagegen im Thurgau entlang der Thur gegeben.
Die Schäden hielten sich ausser einigen überfluteten Kellern im Appenzell und im Kanton Bern in der ganzen Schweiz in Grenzen. Erdrutsche schnitten einige Höfe ab und unterbrachen Verkehrsverbindungen. Auch die Rheinschifffahrt musste zeitweise eingestellt werden.
Ertrunkene und Vermisste
In Sachsen starben zwei Menschen und sieben weitere werden vermisst. Sie wurden von den Wassermassen mitgerissen. In der niederbayerischen Stadt Passau spitzt sich die Hochwasser-Lage zu. Zwar hatte es gegen Morgen aufgehört zu regnen, die Pegelstände der Donau stiegen aber weiter.
Für den Abend wird mit einem Rekordpegelstand der Donau von fast 10,7 Metern gerechnet. Am Dienstagvormittag stand der Passauer Marktplatz bereits mehr als einen Meter unter Wasser, zahlreiche Stadtviertel wurden evakuiert.
Österreich: Neues Jahrhundert-Hochwasser
Das Donauhochwasser erreichte am Dienstag bei der überfluteten österreichischen Stadt Ybbs mit 8,41 Metern eine neue Rekordmarke. Der Pegel liegt damit um 20 Zentimeter höher als beim so genannten Jahrhunderthochwasser im Jahre 1991.
Bereits ist ein vierter Hochwassertoter in Österreich zu beklagen. Ein Feuerwehrmann sei nach einem Einsatz westlich von Linz mit seinem Auto auf ein überflutetes Feld geraten und in den Schlamm-Massen versunken.
Ausnahmezustand in Prag
In Prag wurden am Dienstagmorgen rund 20’000 Menschen evakuiert. Für den frühen Nachmittag werde mit dem höchsten Pegelstand der Moldau gerechnet. Gegen 14.00 Uhr MESZ soll der Strom in der tschechischen Hauptstadt das zwanzigfache seiner normalen Wassermenge erreichen.
Ministerpräsident Wladimir Spidla verhängte den Ausnahmezustand über fünf Regionen, darunter die Hauptstadt. Die Massnahme gelte vorerst bis am 22. August. Durch die Überschwemmungen kamen in Tschechien mindestens sieben Menschen ums Leben.
Im Süden Rumänines wurden bei einem schweren Unwetter mindestens drei Menschen getötet und 18 weitere verletzt. Seit Mitte Juli kamen durch die Unwetter in Rumänien rund ein Dutzend Menschen ums Leben.
Russland: Mehr Opfer als befürchtet
Bei der Unwetter-Katastrophe an der südrussischen Schwarzmeerküste sind nach Befürchtungen des Zivilschutzes mehr als die bislang 58 gefundenen Opfer ums Leben gekommen. Es sei durchaus möglich, dass die Sturzbäche aus dem Gebirge mehr als 100 Urlauber und Anwohner getötet hätten.
Auf dem Grund des Schwarzen Meeres entdeckten Taucher vor der Küste 30 Autos und zwei Reisebusse, die von den Regenmassen am vergangenen Donnerstag vom Ufer ins offene Meer gespült worden waren. Für Mittwoch und Donnerstag wurde vor neuen Wirbelstürmen an der Küste bei Noworossijsk gewarnt.
swissinfo und Agenturen
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