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Krankenversicherer heissen Tarmed gut

Ärztinnenvisite im Kantonsspital Winterthur. Keystone

Der Verwaltungsrat des Konkordats der Schweizerischen Krankenversicherer (KSK) hat sich für die neue und landesweit geltende Tarifstruktur im Gesundheitswesen (Tarmed 1.0) ausgesprochen. Nach Ansicht des KSK wird die neue Tarifstruktur den Konsumentinnen und Konsumenten direkt zu Gute kommen.

Die Krankenversicherer betonen in einer Pressemitteilung vom Mittwoch (18.04.), die Einführung der Startversion Tarmed 0.1 per 2002 ertrage keine weitere Verzögerung. Bei den Kassen liefen die Vorarbeiten seit längerem auf Hochtouren.

Die Rahmenverträge mit der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH einerseits und mit H+ (damit gemeint sind die Spitäler der Schweiz) anderseits seien im Grundsatz bereinigt. Auch diese hat der Verwaltungsrat des Konkordats am Mittwoch gutgeheissen.

Tarmed – was ist denn das?

Mit der neuen und landesweit geltenden Tarifstruktur Tarmed soll der technischen Entwicklung in der Medizin Rechnung getragen werden. Mit der Folge, dass Hausärzte in Zukunft mehr, Spezialärzte dagegen weniger verdienen. Das geschieht, indem die Beratung aufgewertet wird. Das Ziel und zugleich die grösste Schwierigkeit ist es, den neuen Arzttarif ohne Kostenschub einzuführen.

Der Tarmed setzt sich aus zwei Elementen zusammen. Die Tarifstruktur: In 4’200 Positionen wird festgelegt, wie viel die einzelnen technischen und medizinischen Leistungen der Ärztin und des Arztes wert sind. Der Start-Taxpunktwert: Erst wenn feststeht, wie viel ein Taxpunkt in Rappen wert ist, können die Einkommen der Ärzte und die Kosten der Versicherer errechnet werden.

Warten auf die Ärzte

H+ (also die Spitäler der Schweiz) hat die Einführungsversion der Tarifstruktur bereits gutgeheissen. Anfang April hat auch die Medizinal-Tarifkommission MTK als weitere Tarifpartnerin Tarmed 1.0 genehmigt. Jetzt steht nur noch der Entscheid der Ärzte aus. Die Sanktion durch die Ärztekammer, die am 4./5. Mai 2001 darüber befinden wird, erwarten die Krankenversicherer gemäss Communiqué mit Spannung.

Knackpunkt Kostenneutralität

Ein heikler Punkt besteht in der bundesrätlichen Forderung nach der kostenneutralen Umsetzung des neuen Tarifwerks. Diese Forderung war bereits Anfang 1997 im damaligen Vertrag zur Gesamtrevision des Ärztetarifs (GRAT) von den Partnern vertraglich vereinbart worden.

Transparenz und Wettbewerb

Tarmed 1.0 bringe Transparenz ins Tarifsystem und in die Gesundheitskosten, hält das KSK fest. Diese Kostentransparenz sei wiederum die Grundlage für die Lenkung der Gesundheitskosten. Der Wettbewerb im Gesundheitswesen werde intensiviert.

Die neue Tarifstruktur werde den Konsumentinnen und Konsumenten ganz direkt zu Gute kommen. Als grossen Pluspunkt taxiert das KSK die Aufwertung der intellektuellen medizinischen Leistung – sprich: das Gespräch zwischen Arzt und Patient – gegenüber der technischen Leistung.

swissinfo und Agenturen

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