Schweiz prüft Hilfe für Erdbebenopfer in Peru
Beim schweren Erdbeben im Süden Perus sind nach bisherigen Angaben mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen und rund 550 verletzt worden. Die Opferzahl dürfte aber noch ansteigen, denn viele Menschen sind noch unter Trümmern eingeschlossen. Die DEZA prüft einen Einsatz der Rettungskette Schweiz.
In den peruanischen Provinzen Arquipa, Moquegua und Tacna sowie in der angrenzenden chilenischen Provinz Arica entstand zudem grosser Sachschaden. In der Bevölkerung brach Panik aus.
Nach Angaben der US-Erdbebenwarte in Colorado erreichte das Beben den ausserordentlich hohen Ausschlag von 7,9 auf der Richterskala. Das Geophysische Institut Perus gab die Stärke indes nur mit 6,9 an.
Das Epizentrum des Bebens lag nahe der Küstenstadt Ocana rund 900 km südlichvon Lima. Die Erschütterungen dauerten rund eine Minute lang an, im benachbarten Bolivien noch mehr als 30 Sekunden. Die Erschütterungen waren auch in Chile zu spüren.Tausende Menschen weigerten sich aus Angst vor Nachbeben, in ihre Häuser zurückzukehren.
Verkehrsunfälle und Erdrutsche
Erdbeben werden in der Region oft von Seebeben, die Flutwellen auslösen, begleitet. Deshalb versuchten in Arica, der nördlichsten Stadt Chiles, viele Menschen, so schnell wie möglich die Hügel der Pazifikstadt zu erreichen. In der Hektik kam es zu mehreren Verkehrsunfällen.
Das Beben in Arica löste auch Erdrutsche aus. Drei Menschen sollen verschüttet worden sein. Dem Beben war ein lautes unterirdisches Grollen vorausgegangen.
Schwierige Wetterbedingungen
Perus Präsident Valentin Paniagua versuchte noch am Samstag, in die Katastrophenregion zu gelangen. Sein Flugzeug musste aber nach 20 Minuten wegen schlechten Wetters umkehren. Paniaguas designierter Nachfolger, Alejandro Toledo, sagte eine geplante Auslandsreise ab.
DEZA zu Hilfeleistung bereit
Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), zuständig für die humanitäre Hilfe des Bundes sowie für die Einsätze der Rettungskette, klärt derzeit über ihre Kanäle vor Ort die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten ab.
Man stehe in Kontakt mit den Schweizer Vertretungen in Lima, La Paz und Santiago de Chile, sagte DEZA-Sprecher Joachim Ahrens gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Ein Entscheid wird im Laufe des Tages erwartet. Bisher ist noch kein Hilfegesuch der einzelnen Regierungen eingetroffen.
Bundespräsident Moritz Leuenberger hat der peruanischen Regierung und dem Volk in einem Telegramm sein Beileid für die Opfer ausgedrückt.
swissinfo und Agenturen
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