Unerwartetes Wachstum bei Novartis-Pharma
Der Basler Novartis-Konzern hat im ersten Quartal 2001 unerwartet starkes Wachstum der Pharmaverkäufe verzeichnet. Der Gesamt-Umsatz stieg im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2000 um neun Prozent auf 7,320 Mrd. Franken. Bei Clariant stagnierte der Umsatz.
Die Pharmaverkäufe bei Novartis stiegen gemäss Mitteilung um zehn Prozent auf 4,115 Mrd. Franken. In Lokalwährungen betrug der Zuwachs sogar 13 Prozent, wie der Konzern am Donnerstag (19.04.) bekannt gab.
Finanzanalysten hatten zuvor ein Wachstum von etwa neun Prozent erwartet. Der Zuwachs wird den wichtigsten Wachstumsträgern sowie neu eingeführten Produkten zugeschrieben, etwa in den Bereichen Allgemein-Medizin, Krebsbekämpfung, Transplantationen und Augenheilmitteln. Hingegen litt das bewährte Rheumamittel Voltaren unter anhaltendem Konkurrenzdruck durch Nachahmerprodukte (Generika); seine Verkäufe sanken um sieben Prozent.
Rückgang bei Tiergesundheit
In den übrigen Bereichen verzeichnete die Division CIBA Vision besonders rapides Umsatzwachstum, und zwar um 44% auf 423 Mio. Franken. Der Bereich Consumer Health legte um zwei Prozent auf 1,591 Mrd. Franken zu. Generics verbesserten sich um vier Prozent auf 528 Mio. Franken.
Einzig im Bereich Tiergesundheit sanken die Verkäufe um vier Prozent auf 240 Mio. Franken. Der Rückgang wurde auf die wegen der Maul- und Klauenseuche kritische Lage im britischen Nutztiergeschäft sowie schleppende Verkäufe von Parasiten-Bekämpfungsmitteln im Haustiermarkt der USA zurück geführt.
Novartis erwartet Wachstum, aber kleinere Gewinn-Marge
Für das ganze Jahr erwartet Novartis wegen der Einführung neuer Pharmaprodukte anhaltend starkes Wachstum. Der Pharmabereich dürfte mit dem Markt wachsen. Consumer Health und CIBA Vision dürften die Umsatzentwicklung des ersten Quartals fortsetzen, Generics und Tiergesundheit im zweiten Halbjahr zulegen.
Zusätzliche Marketing- und Verkaufsinvestitionen im Pharmabereich im Betrag von einer Milliarde Franken dürften die Pharma-Gewinnmarge um zwei Prozentpunkte schrumpfen lassen, wie Novartis weiter schrieb; Besserung wird nicht vor 2003 erwartet. Auf Konzernebene wird von einem Rückgang der operativen Marge um ein bis zwei Prozent ausgegangen. Betriebs- und Reingewinn sollten die Vorjahreswerte aber übertreffen.
Clariant: Umsatz-Stagnation im ersten Quartal
Anders als bei Novartis stagnierte der Umsatz beim Chemiekonzern Clariant im ersten Quartal 2001. Negative Währungs-Effekte seien den Grund für die Stagnation bei 2,6 Mrd. Franken, gab Clariant am Donnerstag in Basel bekannt.
Dank der anhaltend guten Entwicklung der Geschäfte in Asien und Lateinamerika sowie der stabilen Lage in Europa konnte die derzeit fehlende Dynamik in Nordamerika und Japan wettgemacht werden. Rückläufig waren die Umsätze in den Bereichen Pigmente & Additive, Masterbatches sowie Celluloseether & Polymerisate. Im Bereich Textil-, Leder- und Papierchemikalien blieb der Umsatz unverändert.
Für das laufende Jahr rechnet Clariant mit einer ab Jahresmitte zunehmenden Belebung des Geschäfts.
Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung vom kommenden 16. Mai eine Dividendenerhöhung von zehn auf elf Franken pro Namenaktie. Gleichzeitig soll ein Aktiensplit im Verhältnis von eins zu zehn vorgenommen werden. Der Nennwert der Namenaktie wird damit von heute 50 auf fünf Franken gesenkt.
Zur Wahl als neue Mitglieder des Verwaltungsrats vorgeschlagen werden Stephen J. Hannam von der früheren BTP, Robert Raeber von der Nestle SA sowie Dieter Seebach, Professor für Organische Chemie an der ETH Zürich.
swissinfo und Agenturen
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