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Armee Mit dem Fahrrad in den Krieg



Das Schweizer Armeevelo hat Kultstatus. Auf dem Bild Soldaten im Jahr 2012.

Das Schweizer Armeevelo hat Kultstatus. Auf dem Bild Soldaten im Jahr 2012.

(Keystone)

Vor 125 Jahren gründete die Schweizer Armee eine Radfahrertruppe. Diese wurde inzwischen abgeschafft. Das Militärvelo aber hat Kultstatus.

Wie die Kavallerie galten die Radfahrer als Eliteeinheit. Mehrere von ihnen schafften es bis in den Generalsrang, einer wurde sogar Bundesrat: Finanz- und Ex-Verteidigungsminister Ueli Maurer befehligte bis 1994 ein Radfahrer-Bataillon.

In ihrer Pionierzeit dienten die Radfahrer vor allem als Nachrichtenübermittler und Kuriere. 

1924 wurden sie zur Kampftruppe umgewandelt. Sie waren zeitweise mit Maschinengewehr, Raketenrohr, Panzerabwehr-Lenkwaffe, Sturmgewehr und Panzerfaust bewaffnet.

Im Zweiten Weltkrieg erreichte der Sollbestand der drei Regimenter rund 9000 Mann. Allerdings mussten die Soldaten wegen der Kautschuk-Knappheit die Reifen schonen und ihre Fahrräder häufig schieben.

Weil Radfahrer in modernen Kriegen leicht verwundbar sind, wurde die Truppe 2003 abgeschafft. Seither werden Fahrräder in der Schweizer Armee nur noch in den Ausbildungsdiensten benutzt.

Velo mit Kultstatus

Zunächst mussten die Soldaten ihr Velo selbst mitbringen. Erst 1905 wurde ihnen ein Armeevelo zur Verfügung gestellt. Das schwarz emaillierte Velo blieb während 90 Jahren fast unverändert – so lang wie kaum ein anderer Ausrüstungsgegenstand der Armee.

Eine Rekrut der Schweizer Armee setzt 1994 sein Militärfahrrad Modell 1905 zusammen.

(Keystone)

Das erste Armeevelo, das "Modell 05", ist inzwischen ein Design-Klassiker: Die 22 Kilogramm schweren, äusserst robusten Veteranen mit dem Schweizerkreuz am Gabelrohr sind bei Liebhabern im In- und Ausland sehr begehrt.

Fast 70'000 Stück hatte die Armee bis 1988 herstellen lassen. Bis vor wenigen Jahren verscherbelte sie die Räder noch für 150 Franken in ihren ArmyLiqShops. Heute werden gut restaurierte Modelle für rund 1500 Franken gehandelt.

Auch Ueli Maurer hält seinem Armee-Velo bis heute die Treue. Noch immer legt der Bundesrat von Zeit zu Zeit seinen Arbeitsweg mit dem Zweirad zurück und benutzt dabei "zwischendurch" auch mal das Militärvelo, wie sein Sprecher Roland Meier auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda verrät.

Velomodelle der Schweizer Armee

  • 1892 bis 1904: Soldaten müssen ihr Velo selbst mitbringen
  • 1905: Ordonnanzrad "Modell 05" (mit Luftbereifung und Freilauf), das der Bund bei Herstellern wie Schwalbe, Caesar, Condor und Cosmos anfertigen liess.
  • 1944: Trommelbremse wird hinzugebaut.
  • 1995: "Modell 93" (mit Gangschaltung) von der Firma Condor.
  • 2012: "Fahrrad 12"von der Firma Simpelexterner Link.
Infobox Ende

swissinfo.ch/sb und Agenturen


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