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Auf dem Vormarsch: Das giftige Jakobskreuzkraut

Schön, goldgelb und sehr giftig: Das Jakobskreuzkraut.

Plötzlich war es da: Hübsch anzuschauen mit seinen leuchtend goldenen Blüten und sehr giftig für Tiere und Menschen: Das Jakobskreuzkraut.

Pferde und Rinder können an einer Vergiftung mit Jakobskreuzkraut sterben - oft erst Monate später.

Seit landwirtschaftlicher Boden extensiver genutzt und später gemäht wird, seit an Bahndämmen und Strassenrändern keine Herbizide mehr verspritzt werden, erobert sich das Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea) immer mehr Lebensraum, auch auf Weiden.

In der ganzen Schweiz breitet sich das Jakobskreuzkraut unerwartet rasch aus, in subalpinen Gebieten, aber auch im Bernbiet und im Jura.

Gift in Silagen

Die Pflanze wird bis zu einem Meter hoch, blüht im Juli und August mit goldgelben Körbchenblüten; zerriebene Blätter stinken. So warnt die Pflanze vor ihrem Gift. Denn: Jakobskreuzkraut ist extrem giftig. Die toxischen Alkaloide sind auch in Dürrfutter und Silagen vorhanden.

Normalerweise meiden Kühe die Giftpflanze, aber junge Tiere fressen sie manchmal. Die Folgen sind Magen- und Darmbeschwerden, Krämpfe, starke Leberschädigungen und Tod bei Rindern. Pferde sind sehr empfindlich. Schafe und Ziegen sind weniger anfällig, dafür gehen mehr Giftstoffe in die Milch über.

Praktisch keine Heilung

Die Heilchancen sind gering: Bei akuten Vergiftungen gibt es keine Rettung. Bei chronischen Vergiftungen verenden die Tiere manchmal erst nach Monaten, wie aus einem Merkblatt der Forschungsanstalt für Agrarökologie und Landbau (FAL), Zürich-Reckenholz hervorgeht.

Die Vergiftung erfolgt kumulativ, das heisst, das Gift reichert sich im Körper an, wie die Apothekerin Andrée Meier-Abt, Giftpflanzenspezialistin im Schweizerischen Toxikologischen Informationszentrum, Zürich, erklärt.

Die Bekämpfung des Giftkrauts ist äusserst aufwändig, da sich die Pflanze mit grosser Kraft durchsetzt. Auf Trittspuren wächst sie besonders gut. Wird sie abgefressen, wächst sie nach, und der Giftgehalt sei hinterher noch höher, sagt Andrée Meier-Abt.

Ausreissen und verbrennen

Die Verbreitung kann eingedämmt werden, wenn das Versamen verhindert wird - und zwar nicht nur auf Weiden, sondern auch an Weg- und Strassenrändern und in Gärten. Die Blütenstände müssen verbrannt werden.

Vorbeugen können die Bauern, indem sie die Weide mit Nachmahd pflegen, das heisst sie früh im Juli und sechs Wochen später nochmals mähen.

Zurückgedrängt wird das Jakobskreuzkraut durch Ausreissen oder Ausstechen. Auch eine Frühjahrsweide mit Schafen verdrängt die Pflanze. Die FAL Reckenholz rät auch zum Einsatz von Gräser schonenden Herbiziden im Frühling.

Kontrollen

In Appenzell-Ausserrhoden beispielsweise achten die Feuerbrand-Kontrolleure auch auf Vorkommen von Jakobskreuzkraut und machen die Besitzer darauf aufmerksam. An der Umfahrungsstrasse Teufen habe der Strassenunterhalt im vergangenen Jahr zwei Tage lang Jakobskreuzkraut ausgerissen, sagte ein Sprecher der Abteilung Pflanzenschutz.

Und die staatswirtschaftliche Kommission schrieb in ihrem Bericht, eine bessere Aufklärung der Bevölkerung sei nötig, damit das Giftkraut bekämpft werden könne.

swissinfo und Margrith Widmer, sda

In Kürze

Das Jakobskreuzkraut blüht goldgelb und ist hochgiftig.

Die Pflanze wird bis zu einem Meter hoch. Sie blüht im Juli und August.

Das Kraut ist vor allem für Weidetiere eine Gefahr. Normalerweise meiden Kühe die Giftpflanze, Jungtiere fressen sie jedoch manchmal.

Die Folgen sind: Magen- und Darmbeschwerden und starke Leber-schädigungen.

Die Tiere verenden manchmal erst Monate nach dem Konsum des Krauts.

Es breitet sich sehr rasch aus, vor allem in subalpinen Gebieten, aber auch im Bernbiet und im Jura.

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