Baselbieter Bildungsdirektor will Uni Basel weiter mittragen
Der Baselbieter Bildungsdirektor Markus Eigenmann (FDP) will sowohl an der Trägerschaft der Universität Basel wie auch am Harmos-Konkordat festhalten. Dies sagte er am Mittwoch anlässlich seiner ersten hundert Tage im Amt vor den Medien.
(Keystone-SDA) Die Ansage machte Eigenmann im Zusammenhang mit der Ankündigung seiner drei Fokusprojekte im Baselbieter Bildungswesen. Laut ihm gehe es zunächst darum, die Wirksamkeit eingesetzter kantonaler Mittel in den Bereichen der Fremdsprachenkompetenz, der Sonderschulung und der Finanzierung der Universität Basel zu verbessern.
Beim ersten Projekt geht es um die Weiterentwicklung des «Sprachenkonzept Volksschule». Grundsätzlich sollen Schülerinnen und Schüler nach der obligatorischen Schulzeit vor allem besser in Französisch aber auch in Englisch abschneiden.
«Der Startzeitpunkt allein ist nicht matchentscheidend», sagte Eigenmann. Vielmehr spiele er zusammen mit den Kompetenzen der Lehrpersonen, wie viel man mit der Sprache umgehe sowie der Unterrichtsgestaltung.
Wo geschraubt werden soll, will Eigenmann basierend auf einer umfangreichen Studie zur Standortbestimmung entscheiden – als eine Auswahl mehrerer Varianten. Die Ergebnisse der Studie lägen bereits vor, der Bildungsdirektor möchte aber koordiniert mit den anderen Nordwestschweizer Kantonen vorgehen.
Noch dieses Jahr soll laut Eigenmann ein Bericht der Erziehungsdirektorenkonferenz vorliegen, die gerade den Spielraum des Harmos-Konkordats «auslotet». Mit einer Umsetzung der kantonalen Massnahmen rechne er ab 2030.
Wachsende Kosten bei Sonderschulung
Zweitens will Eigenmann die Kostensteigerung bei der Sonderschulung dämpfen und mehr auf integrative Lösungen setzen, wie er weiter sagte. Die Kosten in dem Bereich seien in den vergangenen Jahren überproportional angestiegen, hauptsächlich wegen mehr Zuweisungen, aber auch wegen komplexerer Fälle und der fortschreitenden Teuerung.
Dazu solle die Regelschule mehr sonderpädagogische Kompetenz erhalten, so etwa mit der Stärkung des Schulpsychologischen Dienstes. Auch wolle der Kanton Schulen besser beraten können. Der Umsetzungshorizont liege im Jahr 2029.
Einen «Balanceakt» nannte Eigenmann die Lage auf die Situation im Kanton Basel-Stadt angesprochen. Dort war in Vergangenheit Kritik an integrativen Bemühungen an den Schulen laut geworden. Im Baselbiet habe man aber mehr Spielraum. «Wir sind in der Vergangenheit nicht so weit gegangen wie andere Kantone und haben zum Beispiel noch Kleinklassen», erklärte Eigenmann.
Uni-Finanzierung soll geprüft werden
Während Eigenmann an der Trägerschaft der Universität Basel durch den Kanton Baselland festhalten will, soll drittens die Kostenverteilung zusammen mit Basel-Stadt überprüft werden und allfällige Änderungen sollen bis 2030 wirksam sein.
Primär gehe es um die Quantifizierung des Standortvorteils, den der Stadtkanton bereits mit höheren Zahlungen an die Universität abgelte. Ausserdem würden aus Eigenmanns Sicht Nicht-Universitäts-Kantone zu wenig für ihre Studierenden zahlen.
«Wir haben eine gute Universität in der Region Basel», hielt Eigenmann fest. Sie solle finanzielle Stabilität haben und wissen, woran sie sei.
Markus Eigenmann wurde am 30. November 2025 als Nachfolger für seine zurückgetretene FDP-Parteikollegin Monica Gschwind in den Baselbieter Regierungsrat gewählt. Er steht seit dem 1. Januar dieses Jahres der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD) vor.