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Berner Gemeinderat will Rasensportinitiative abschwächen

Keystone-SDA

Der Gemeinderat der Stadt Bern hat am Donnerstag einen Gegenvorschlag zur Rasensportinitiative vorgelegt. Darin fordert er weniger Verbindlichkeit: Im Gegensatz zum Volksbegehren will er sich bei der Anzahl Nutzungsstunden nicht festlegen.

(Keystone-SDA) Die Ende 2024 eingereichte Initiative fordert mehr Rasensportfelder und die Festschreibung der Kapazitätserhöhung in der Gemeindeordnung. Konkret verlangt das Initiativkomitee die Erhöhung der Kapazität innert zehn Jahren um mindestens 12’000 jährliche Nutzungsstunden.

Der Gemeinderat will nun aber weniger Verbindlichkeit. Er verzichtet in seinem Gegenvorschlag darauf, eine konkrete Anzahl an zu schaffenden Nutzungsstunden in der Gemeindeordnung festzuschreiben. Das sei «nicht stufengerecht», sagt die zuständige Gemeinderätin Ursina Anderegg (GB) gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Auch bleibe die Stadt so flexibel. «Sie kann sich am tatsächlichen Bedarf orientieren, so wie er sich die nächsten Jahre entwickelt.»

Diese Flexibilität sei wichtig. Der Platz in der Stadt sei begrenzt, es sei ein ständiges Abwägen von Zielkonflikten, etwa bei der Schaffung von Schul- oder Wohnraum sowie Freizeitnutzungen.

Verbindlichkeit schaffe der Gemeinderat aber damit, dass er in die Gemeindeordnung künftig die Schaffung eines bedarfsgerechten Angebots an Rasensportfeldern schreiben will sowie dessen Überprüfung alle acht Jahre, betont Anderegg.

Weiter will er sich an seiner im November 2024 verabschiedeten Rasensportstrategie orientieren, die etwa das Umwandeln von Naturrasen- in Kunstrasenfelder vorsieht oder Beleuchtung für Plätze, damit diese auch am Abend genutzt werden können.

Bei der Umsetzung sei die Stadt «grundsätzlich auf Kurs», sagt Anderegg. «Die Rasensportstrategie ist ambitioniert, aber wir halten daran fest.»

Komitee will Initiative nicht zurückziehen

Die Stadtbernische Vereinigung für Sport (SVS), die das Volksbegehren lanciert hatte, zeigt sich enttäuscht. «Wir haben die Erfahrung gemacht, dass frühere Strategien zu Papiertigern wurden», sagt SVS-Präsident Patrice Hitz auf Anfrage. Genau das drohe auch jetzt, wenn die Verbindlichkeit wegfalle.

Weil die Zahl von 12’000 Nutzungsstunden auch in der Rasensportstrategie des Gemeinderats steht, ging das Initiativkomitee davon aus, diesbezüglich offene Türen einzurennen, so Hitz. Der Gemeinderat sei später auch nicht auf den Vorschlag eingegangen, die festzuschreibende Anzahl Stunden zu senken.

Die SVS beobachte bereits jetzt, wie gewisse Projekte in Verzug seien. «Die Verbindlichkeit hätte der Politik hier eine Handhabe gegeben.»

Positiv sei hingegen, dass der Gegenvorschlag eine regelmässige Überprüfung der Situation in der Gemeindeordnung festschreiben wolle. Das reicht dem Komitee aber nicht: Es gedenke nicht, seine Initiative zurückzuziehen, so Hitz.

Das Geschäft geht nun in den Stadtrat. Über Änderungen der Gemeindeordnung befinden die Stimmberechtigten. Die Volksabstimmung findet gemäss dem Gemeinderat frühestens im Februar 2027 statt.

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