Brand in Ecublens VD ist unter Kontrolle – Ursache bleibt unklar
Der Brand auf dem Gelände einer Recyclinganlage in Ecublens VD ist unter Kontrolle gebracht worden. Die Löscharbeiten dauerten am Samstagmittag allerdings weiter an, wie die Behörden an einer Medienkonferenz bekannt gaben.
(Keystone-SDA) Es werde noch «mehrere Stunden» dauern, bis der Brand vollständig gelöscht sei, hiess es weiter. Der Autobahnabschnitt zwischen Ecublens und Morges-Ouest VD bleibe gesperrt, bis der Statikingenieur jegliche Einsturzgefahr auf der Fahrbahn ausgeschlossen habe.
«Es muss noch eine Schweissnaht hergestellt werden», sagte Oberst Florian Cuche, kantonaler Brandschutzinspektor bei der Kantonalen Versicherungsanstalt (ECA), an der Medienkonferenz. Dieser Schritt werde es der Feuerwehr zudem ermöglichen, in grossem Umfang im Inneren des Lagers des Metall- und Industrieabfall-Recyclingunternehmens zu arbeiten.
Standort wegen Lithium-Batterien brandgefährdet
Laut Cuche war das Feuer, das am Freitagabend vor 19 Uhr bei der Recyclinganlage ausgebrochen war, «heftig», «komplex» und «schwer zugänglich». Der Brand griff auf Abfälle, entgiftete Fahrzeuge, Metallmaterialien, Kunststoffe und Schaumstoffe über.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt seien «die Ursachen und Umstände noch nicht bekannt», sagte auch Oberstleutnant David Guisolan von der Kommunikationsabteilung der Kantonspolizei. Aber «aller Wahrscheinlichkeit nach» sei der Brand durch ein Autowrack angefacht worden.
In solchen Fällen fällt der Verdacht laut Oberst Cuche oft auf Lithium-Batterien. Diese Art von Standorten sei sehr brandgefährdet. Der betroffene Standort in Thévenaz-Leduc war denn auch bereits vor zwölf Jahren von einem Brand betroffen.
Grossaufgebot weiterhin im Einsatz
Wegen des Brandes wurden zahlreiche Einsatzkräfte mobilisiert. Mehr als 200 Personen und rund 50 Fahrzeuge befinden sich im Einsatz. Neben mehreren Löschfahrzeugen, leistungsstarken Wasserwerfern und einer Drohne werden auch der Löschzug der SBB sowie der «Bison» des Chemiewerkes in Monthey VS – ein Grosslöschfahrzeug – eingesetzt. Die Wasserwerfer liefen am Samstagmittag denn auch weiterhin auf Hochtouren.
Bezüglich Gesundheit der Anwohnerinnen und Anwohner wurden dem Kantonsarzt Thierry Fumeaux bis zum Samstagmittag keine Beschwerden gemeldet. Die Messstationen in Pully VD und Lausanne massen laut Fumeaux allerdings besonders hohe Feinstaubwerte.
Unter Berufung auf das Vorsorgeprinzip empfiehlt der Kantonsarzt am Samstagmittag weiterhin, körperliche Aktivitäten im «Grossraum Lausanne» sowie unnötige Ausgänge zu vermeiden. Im Freien soll eine FFP2-Maske getragen werden.