Bürgerliche geschlossen für zweite Gotthardröhre
Während sich in der Ferienzeit am Wochenende jeweils die Autos vor dem Gotthard stauen, markieren die bürgerlichen Parteien Einigkeit: Nun fordert auch die CVP eine zweite Gotthardröhre.
Wie FDP und SVP will nun auch die CVP am Gotthard eine zweite Strassentunnelröhre bauen, teilte die Partei am Freitag (27.07.) mit. Dies diene der Verkehrssicherheit, kommt die CVP-Arbeitsgruppe «Flüssig und sicher über die A2» zum Schluss. Zudem müsse der bestehende Gotthard-Tunnel in absehbarer Zeit saniert werden. Die CVP fordert deshalb die Planung der zweiten Röhre und des Ausbaus der Gotthard-Nordrampe. Auch müssten begleitende Ausbauprojekte ins Auge gefasst werden, etwa für die Umfahrung Luzern.
Die sofortige Planung einer zweiten Röhre am Gotthard hatte der Nationalrat bereits in der Sommersession letzten Jahres gefordert, in dem er eine Initiative von Ulrich Giezendanner (SVP/AG) auch mit zahlreichen CVP-Stimmen knapp annahm. In ihrer Reaktion stellte die CVP damals die Wirksamkeit einer zweiten Röhre aber noch in Frage, da der Stau so nur verlagert werde. Priorität hätten der Alpenschutz-Artikel, der vorläufig keine zweite Röhre vorsehe, und die NEAT-Realisierung, sagte der damalige Generalsekretär Hilmar Gernet.
Lastwagenstau: Bund soll zahlen
Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit fordert die CVP zusätzlich ein Überholverbot für Lastwagen auf der Gotthard-Nordrampe und am Belchen. Am Zoll in Basel und Chiasso müsse durch organisatorische und bauliche Massnahmen die Kapazität erhöht werden. Entlang der A2 sollen sofort Warteräume zur Verfügung gestellt werden. Zusätzlich schlägt die CVP Warteräume mit integrierter Zollabfertigung etwa auf dem Monte Forno-Areal in Bodio (TI) vor. Am Nachtfahrverbot für Lastwagen müsse festgehalten werden. Aufwendungen der Kantone zur Staubehebung müssten durch den Bund abgegolten werden.
Beim Schienenverkehr fordert die CVP eine attraktive Preisgestaltung, um die Verlagerung des Strassengüterverkehrs auf die Bahn zu fördern. Die vom Parlament beschlossenen 2,2 Mrd. Franken zur Verlagerung müssten sofort eingesetzt und nicht, wie vorgesehen, auf zehn Jahre verteilt werden.
Einige der Forderungen sind bereits beschlossene Sache. Ende Mai hatten sich Bund und Kantone auf 1’400 Ausstellplätze auf der A2 geeinigt. Die Idee zusätzlicher Ausstellräume ausserhalb der Autobahn wurde auf Druck der Kantone verworfen. Mittelfristig soll mit baulichen Massnahmen an den Zollämtern eine Triage des Transit- und Importverkehrs erreicht werden.
swissinfo und Agenturen
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