Claudia Kaufmann statt Moritz Leuenberger
Mehrere Schweizer Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) reagierten mit Empörung, als der Bundesrat am Mittwoch (23.08.) bekannt gab, dass die Schweizer Delegation an der Welt-Rassismuskonferenz aus terminlichen Gründen nicht durch Bundespräsident Moritz Leuenberger oder ein anderes Regierungsmitglied angeführt wird. Man habe stattdessen Claudia Kaufmann, Generalsekretärin des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI), zur Delegations-Präsidentin ernannt. Kaufmann erhalte für die Dauer der Konferenz den Titel einer Staatssekretärin. Die NGOs bezeichneten die bundesrätliche Entscheidung als Affront gegenüber den Völkern Afrikas. Die Schweiz setze sich durch diesen Schritt zudem mit jenen Ländern ins gleiche Boot, welche eine Auseinandersetzung mit Sklaverei, Kolonialismus und Apartheid scheuten. Kaufmann markiert Verständnis Sie habe für die Enttäuschung der NGOs volles Verständnis, sagte Claudia Kaufmann am Donnerstag (23.08.) gegenüber swissinfo. Sie sei sich bewusst, dass sie den Stellenwert nicht aufwiegen könne, den ein Bundesrat in Durban gehabt hätte. Die meisten europäischen Länder würden in Durban jedoch durch Minister oder Staatssekretäre vertreten. Und für Kaufmann das Wichtigste: "Unser Engagement in Durban wird durch den Beschluss nicht geschmälert." Felix Münger
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