Der Balkan und die Swiss Foundation for World Affairs
Die "Swiss Foundation for World Affairs" hat in Washington ihre erste Konferenz durchgeführt. Zahlreiche Experten erörterten die Situation auf dem Balkan.
Rund 200 Personen besuchten die Veranstaltung der Stiftung, welche im Mai dieses Jahres ihre Arbeit aufgenommen hatte. Der Direktor Peter Ziegler wertete den Anlass als grossen Erfolg. «Wir wollten mit diesem ‚Think Tank‘ gezielt Leute ansprechen, die sich hier für Aussenpolitik interessieren», sagte Ziegler. Der Schweizer Botschafter in Washington, Christian Blickenstorfer, eröffnete die Konferenz.
Schweiz als Beispiel
15 Referenten äusserten sich zu «Stabilität und Versöhnung im Balkan», darunter der stellvertretende Premierminister von Serbien, Zarko Korac, die stellvertretende Aussenministerin von Bosnien-Herzegowina, Ana Trisic-Babic und der Südeuropa-Spezialist des US-Aussenministeriums, James Pardew.
Gemäss dem Direktor der Stiftung setzten auch die Schweizer Vertreter Jean Daniel-Gerber, Chef des Schweizer Bundesamtes für Flüchtlinge und ehemaliger Exekutiv-Direktor der Weltbank, Kurt Spillmann, Leiter der Forschungsstelle für Sicherheitspolitik und Konfliktanalyse an der ETH Zürich und Wolf Linder, Autor des Buches «Schweizer Demokratie: Mögliche Lösungen für Konflikte in multikulturellen Gesellschaften» starke Akzente.
Linder pries das Schweizer Konkordanzsystem, in dem Macht geteilt und Konsens gesucht werde, in seinem Vortrag als mögliches Demokratie-Modell für den Balkan. Die angelsächsische Demokratie – eine Mehrheit an der Macht und eine Minderheit in der Opposition – funktioniert nach seiner Ansicht im Balkan nicht.
Mehrdimensionale Aussenpolitik
Als «brilliant» bezeichnete Ziegler das Referat von Zbigniew Brzezinski, dem ehemaligen Sicherheitsberater von US-Präsident Jimmy Carter. Brzezinski habe eine Brücke zum Thema Terrorismus geschlagen.
Auch wenn der Kampf gegen Terrorismus Nummer eins auf der Agenda sei, müsse die US-Aussenpolitik unbedingt mehrdimensional bleiben, sagte der Professor für amerikanische Aussenpolitik des «Center for Strategic and International Studies» in Washington, an dem sich auch die Swiss Foundation befindet.
swissinfo und Agenturen
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