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Der Gotthard spaltet

Ulrich Giezendanner will die zweite Röhre nicht nur in Papier, sondern auch durch den Gotthard. Keystone Archive

Bürgerliche Parteien wollen eine zweite Auto-Röhre durch den Gotthard. Linke und grüne Kreise sehen darin keine Lösung für die Verkehrsprobleme.

Die betroffenen Kantone befürchten Mehrverkehr und die Sabotierung der Güterverlagerung auf die Schiene.

Wiederstand gegen einen sofortigen Planungsbeginn einer Strassen-Röhre kommt vorab aus den Innerschweizer Kantonen Zug, Schwyz und Uri. Die Nidwaldner und Luzerner Regierung lehnen den Ausbau aus Angst vor Mehrverkehr ab. Die Zürcher, Basler und Schaffhauser Regierungen argumentieren, dass damit die Verlagerungspolitik für den Güterverkehr auf die Schiene unterlaufen würde.

Die SP und die Grünen sehen den Alpenschutzartikel bedroht. Dieser wurde 1994 vom Volk in der Verfassung verankert und sieht ein Ausbauverbot der Alpen-Transitstrassen vor.

«Die beste Art, mehr Sicherheit zu schaffen, ist die Reduktion der Lastwagen. Eine zweite Röhre macht nichts anderes, als mehr Verkehr anzuziehen», sagt Patrice Mugny, Vizerpräsident der Grünen, gegenüber swissinfo. Auch die SP wirft den Bürgerlichen vor, nur die zusätzliche Kapazität und nicht die Sicherheit im Auge zu haben.

SVP und FDP: Ja!

Den sofortigen Planungsbeginn fordert hingegen die Schweizerische Volkspartei (SVP). Eine zweite Röhre sei dringlich, schreibt die SVP und verurteilt die aktuelle «Management-by-Stau»-Taktik. Die zweite Röhre habe keinen Einfluss auf die vom Volk beschlossene Güterverlagerungs-Politik. Der Engpass bestehe mit oder ohne NEAT und müsse behoben werden.

Klare Unterstützung für die zweite Röhre kommt auch von der FDP, vor allem wegen der Sicherheit und dem Zugang zum Tessin. Ein Bau vor Fertigstellung der NEAT-Röhren sei aber nicht realistisch.

Auch die Tessiner Regierung und der Wirtschaftsverband economiesuisse wollen die Gotthardroute rasch ausbauen.

CVP: Vielleicht…

Die Planung der zweiten Röhre fordert auch die CVP, um überhaupt die Kosten für den Bau abschätzen zu können. Vermutlich würde diese Röhre die NEAT konkurrenzieren und Mehrverkehr bringen, räumt die Partei ein. Bei Inbetriebnahme der NEAT und der zweiten Strassenröhre im Jahr 2020 sei aber wegen des Verkehrsaufkommens kaum mit Überkapazitäten zu rechnen. Neben einer Volksabstimmung fordert die CVP weitere Massnahmen zur Verlagerung der Transitgüter auf die Schiene.

swissinfo und Agenturen

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