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Entschädigung der Luxor-Opfer abgeschlossen

Zwei Tage vor dem Attentat im November 1997: Touristen in Luxor. Keystone Archive

Vier Jahre nach dem Terroranschlag von Luxor ist die Entschädigung der Opfer abgeschlossen. Insgesamt erhielten 78 Angehörige der Opfer des Massakers von 1997 4,7 Mio. Franken.

Die Luxor-Kommission hatte im Herbst 2000 bereits über 4 Mio. Franken an die Hinterbliebenen des Luxor-Attentats ausbezahlt und zugleich eine Reserve für unerwartete und unbekannte Schäden gebildet. Diese Woche sind die restlichen Gelder in der Höhe von 876’000 Franken an die Geschädigten verteilt worden, wie das Justiz- und Polizeiministerium (EJPD) am Mittwoch mitteilte.

Der Luxor-Fonds kam für Schäden auf, die weder durch die Sozial- respektive Privatversicherungen noch durch das Opferhilfegesetz gedeckt waren. Insgesamt erhielten 78 Geschädigte knapp 4,7 Mio. Franken aus dem mit 4,9 Mio. Franken dotierten Fonds. Neun Kantonen wurden 154’000 Franken aus dem Fonds zurückerstattet.

Breite Vereinbarung

Grundlage der Auszahlungen war eine 1999 unterzeichnete Vereinbarung zwischen den beiden involvierten Reiseveranstaltern Hotelplan und Imholz, den Geschädigten, zwei Sozialversicherungen, acht Privatversicherungen und 16 Kantonen. Die Reiseveranstalter und ihre Versicherungs-Gesellschaften «Winterthur» und «Zürich» hatten 4,8 Mio. Franken als freiwilliges Zeichen der Solidarität mit den Luxor-Opfern und ohne Anerkennung einer Haftung bereit gestellt.

Präzedenzfall vermeiden

Der Bundesrat hatte angesichts der Aussichtslosigkeit des Unterfangens davon abgesehen, die ägyptischen Behörden weiterhin an die anfängliche Zusicherung einer Geste zu Gunsten der Opfer zu erinnern. Die ägyptischen Behörden hätten ihre Betroffenheit und ihr Mitgefühl gegenüber den Opfern des Attentats wiederholt zum Ausdruck gebracht, wird in einem Schreiben an die Hinterbliebenen in Erinnerung gerufen.

Ägypten würde sich selber als Opfer des Anschlages betrachten. Um einen Präzedenzfall zu vermeiden, hätten die ägyptischen Behörden schliesslich auf eine Entschädigung der Opfer verzichtet.

Beim Terroranschlag in Luxor vom 17. November 1997 waren 58 Touristen, darunter 36 aus der Schweiz, getötet worden.

swissinfo und Agenturen

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