Freiburg: Nur ein Sitz vergeben
Bei den Kantonsratswahlen schaffte nur der parteilose Kandidat Pascal Corminboeuf seine Wiederwahl auf Anhieb. Die Rats-Zusammensetzung wird sich allerdings nicht stark ändern.
Corminboeuf, Direktor des Innern und der Landwirtschaft, wurde am Sonntag mit 35’644 Stimmen gewählt. Damit übertraf er das absolute Mehr von 31’799 klar. Die Wahlbeteiligung lag mit 41,5% etwas unter den 43% von den letzten Wahlen 1996.
Ein zweiter Wahlgang soll nur stattfinden, wenn mehr als sechs Kandidierende in die Wahl steigen. Auf Grund der Ergebnisse des ersten Wahlgangs sieht es aber nicht nach einer parteipolitischen Veränderung in der Kantons-Regierung aus.
CVP auf den Fersen
CVP-Finanzdirektor Urs Schwaller kam ihm mit 31’498 Stimmen am nächsten ans absolute Mehr, gefolgt von CVP-Volkswirtschaftsdirektor Michel Pittet (29’324 Stimmen). Die neu kandidierende CVP-Frau Isabelle Chassot erreichte mit 27’662 ein gutes Ergebnis. Chassot dürfte mit oder ohne zweiten Wahlgang die Nachfolge von Erziehungsdirektor Augustin Macheret (CVP) antreten, der als Einziger nicht mehr antrat.
Die beiden SP-Mitglieder des Staatsrats, Gesundheitsdirektorin Ruth Lüthi (25’117 Stimmen) und der durch Polizeiaffären und zuletzt durch die Auseinandersetzung um die Papierlosen in Bedrängnis geratene Justiz- und Polizeidirektor Claude Grandjean (20’285 Stimmen) liegen ebenfalls auf Kurs für die Wiederwahl.
Nicht ernsthaft gefährdet ist auch der freisinnige Baudirektor Claude Lässer mit 17’711 Stimmen.
Abgeschlagene Kampfkandidaten
Der Kampfkandidat der Christlich-sozialen Partei (CSP), Benoît Rey, kam auf 9’532 Stimmen. Noch klarer abgeschlagen war der SVP-Mann Romain Barras, der nach einer Affäre um anonyme Briefe das Handtuch geworfen hatte, aber dennoch 5’605 Stimmen erhielt.
Wegen der relativ hohen Stimmenzahl trotz Rückzug könnte die SVP versucht sein, mit einer andern Kandidatur in den zweiten Wahlgang zu steigen. Bis am Mittwoch wird Klarheit herrschen, ob die SVP so den zweiten Wahlgang herbeiführen will oder nicht. Die Christlichsozialen ihrerseits wollen dies angesichts der geringen Chancen nur tun, wenn die SVP antritt.
swissinfo und Agenturen
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