Lastwagen-Politik: Konfrontationskurs gegen Camionneure?
Der Nutzfahrzeugverband ASTAG sieht in den Stauräumen entlang der A2 einen Konfrontationskurs gegen das Lastwagengewerbe. Der Stau werde bewusst als Problem zur Schau gestellt, sagte ASTAG-Sprecher Beat Keiser. VCS und Alpen-Initiative begrüssen dagegen die von Bund und Kantonen beschlossenen 1'400 Abstellplätze.
Die Beschlüsse vom Montag (28.05.) seien für den ASTAG eine «Riesen-Enttäuschung», sagte Sprecher Beat Keiser. Mit der Einrichtung von Stauräumen auf der A2 werde ein Konfrontationskurs gegen das Transportgewerbe und letztlich gegen die Wirtschaft gefahren. Die von der Task Force Lastwagentransit erarbeiteten brauchbaren Ansätze würden «gekillt». Die teils menschenunwürdigen und gefährlichen Zustände für die Lastwagenfahrer würden zur Abschreckung genutzt.
Stimmung «gereizt»
Zudem werde die Versorgung des Landes gefährdet, da die Ausscheidung des Binnenverkehrs schwer zu vollziehen sei. Insbesondere die Versorgung des Tessins sei gefährdet. Folge könnte laut Keiser sein, dass der Binnenverkehr von der A2 auf Überlandstrassen ausweichen könnte. Nicht nachvollziehbar sei, wie das vorgeschlagene Überholverbot auf der A2 das Stauproblem entschärfen könnte. Auf allfällige Protestaktionen angesprochen,
bezeichnete Keiser die Stimmung im ASTAG als «gereizt».
Internationalen Transitverkehr noch mehr abschrecken
Der Verkehrs-Club Schweiz (VCS) und die Alpen-Initiative sehen in den Stauräumen und dem Überholverbot einen Schritt in die richtige Richtung. Es sei ein Zeichen, dass Umwelt und Bevölkerung nicht noch mehr Verkehr ertrügen, sagte Alf Arnold, Geschäftsführer der Alpen-Initiative. Negativ sei allerdings die Absicht, den Durchlass am Zoll durch bauliche Massnahmen zu erhöhen. Zudem fehlten Anstrengungen zur Verbesserung des Bahnangebotes.
Für den VCS handelt es sich bei den Stauräumen um eine reine Notmassnahme, wie Sprecher Felix Adank sagte. Immerhin sei mit der Absage an die von der Task Force vorgeschlagenen Stauräume auf den Flugplätzen Buochs und Ambri klargestellt worden, das dieses vom Bundesrat eingesetzte Gremium zur Lösung der Probleme nicht tauge.
Für den VCS muss die Schweiz weitere Massnahmen treffen, um auf den internationalen Transitverkehr abschreckend zu wirken. Dazu gehörten schärfere Gewichts- und Ruhezeit-Kontrollen auf der A2. Zudem müsse für die Benutzung des Gotthardtunnels eine automatische Brandschutzanlage verlangt werden.
Weiter fordert der VCS eine neue Task Force Güterverkehr, die sich auch um Massnahmen beim Bahngüterverkehr kümmere. Die Chance für eine Umlagerung auf die Bahn sei noch nie so gut gewesen.
swissinfo und Agenturen
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