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Neat-Bergvariante in Uri ist «technisch machbar»

Aktion mit urschweizerischer Symbolik: Unbekannte stellten anfangs Juni aus Protest gegen die geplante NEAT-Führung bei Erstfeld einen Gesslerhut auf. Keystone

Hoffnung für die Gegner einer offenen Neat-Linienführung im Kanton Uri: Max Friedli, Direktor des Bundesamts für Verkehr (BAV), erklärt auf der Grundlage erster Resultate einer Studie im Auftrag des Bundes die Neat-Bergvariante in Uri als "technisch machbar".

Die Resultate erlaubten zwar noch keine definitive Aussagen, erklärt der BAV-Direktor im Interview mit der «SonntagsZeitung». «Zudem müsste die Finanzierung einer Bergvariante noch vom Parlament in ein Gesetz verpackt werden, das dem fakultativen Referendum untersteht», sagt Friedli.

Flut von Einsprachen

Dennoch könnten die definitiven Resultate zur Folge haben, dass der Bundesrat seinen Entscheid vom vergangenen Jahr überdenken müsste. Damals hatte sich die Landesregierung für die Talvariante ausgesprochen.

Dieser Entscheid hatte in Uri zu einer Einsprache-Welle geführt. Bis im Juli sind im BAV 900 Einsprachen eingetroffen. Darin wurden eine Bergvariante und die Schächen-Unterquerung gefordert.

Vorgehen verteidigt

Friedli verteidigt das Vorgehen, dass erst jetzt wieder von einer Machbarkeit der Bergvariante gesprochen wird. «Wir haben die Projektplanung im Rahmen der Beschlüsse von Parlament und Bundesrat vorgenommen; alles andere hat zuerst noch die politischen Instanzen durchlaufen müssen.»

Die getroffenen Abklärungen hielten der Politik für die Zukunft neue Optionen offen. Zudem liege man noch absolut im Zeitplan, da der Bau der Zufahrt erst nach der Realisierung der Basislinie spruchreif werde.

Uri wiederholt Forderung

Für den Kanton Uri sind die neusten Erkenntnisse alles andere als neu. Die Urner Regierung wisse aufgrund einer eigenen Studie schon lange, dass die Bergvariante machbar ist, sagte Volkswirtschaftsdirektor Isidor Baumann am Sonntag. Der Bund habe aber inzwischen andere Rahmen-Bedingungen gesetzt und die Kostenfrage als Argument ins Feld geführt.

Die Urner Regierung wird gemäss Baumann nächste oder übernächste Woche die im Zusammenhang mit der Einsprache formulierte Stellungnahme verabschieden. Darin werde die Forderung nach der Bergvariante klar wiederholt.

Baumann ist der Meinung, dass das Projekt durch die neuste Studie nicht verzögert wird. Je schlechter das Projekt, desto mehr Einsprachen seien zu erwarten. Es gelte jetzt, das Gespräch mit dem Bund zu suchen, damit dieser einen neuen Projekt-Auftrag vergeben könne.

swissinfo und Agenturen

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