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SVP zieht nicht in Nidwaldner Regierung ein

Das Nidwaldner Stimmvolk will die SVP nicht in der Regierung. Keystone

Die gesamte Nidwaldner Regierung ist bei der Erneuerungswahl am Sonntag bestätigt worden. Die Schweizerische Volkspartei schaffte den Einzug nicht.

Dafür konnte die populistische Partei im Landrat drei Sitze dazu gewinnen und wird neu drittstärkste Kraft.

Die Stimmberechtigten des Halbkantons Nidwalden sprachen im ersten Wahlgang dem amtierenden Regierungsrat (Exekutive) in corpore mit einem guten Ergebnis das Vertrauen aus.

Der Sprengkandidat der Schweizerischen Volkspartei (SVP), der Armee-Testpilot Res Schmid, blieb deutlich hinter dem absoluten Mehr zurück.

Status Quo in der Regierung

Die Nidwaldner Regierung bleibt somit unverändert. Die Zusammensetzung lautet je 3 Sitze für die Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) und die Freisinnig-Demokratische Partei (FDP) sowie ein Sitz für die Partei Demokratisches Nidwalden (DN).

Die Regierungspräsidentin, Frau Landammann Lisbeth Gabriel-Blättler (CVP) sagte, das Volk sei offenbar mit der Arbeit der eingespielten Exekutive zufrieden.

Am meisten Stimmen erzielte bei einem absoluten Mehr von 5974 Stimmen Landwirtschaftsdirektor Hugo Kayser von der CVP mit 9299 Stimmen. Kayser ist erst seit 2005 im Amt.

Bestätigt wurden weiter Baudirektorin und Frau Landammann Lisbeth Gabriel-Blättler, Finanzdirektor Paul Niederberger (CVP), Bildungsdirektorin Beatrice Jann-Odermatt (FDP), Volkswirtschaftsdirektor Gerhard Odermatt (FDP), Sicherheitsdirektor Beat Fuchs (FDP) sowie Gesundheitsdirektor Leo Odermatt (DN).

SVP-Kandidat hob nicht ab

Der SVP-Landrat Res Schmid kam auf 4598 Stimmen und blieb über 3700 Stimmen hinter den Gewählten zurück. Er punktete nicht einmal an seinem Wohnort Emmetten. Schmid kommentierte nach dem Urnengang, die Ausgangslage für ihn sei schwierig gewesen.

Weit abgeschlagen folgte der Aussenseiterkandidat Stephan Bestler mit lediglich 503 Stimmen. Der 28-Jährige war für eine «Schweizer Arbeiterpartei» angetreten. Er hatte früher mehrmals für die Schweizer Demokraten (SD) kandidiert.

Die Stimmbeteiligung bei der Regierungsratswahl betrug 43 Prozent.

Linke verliert im Parlament

Mehr Erfolg hatte die SVP im Landrat (Parlament), dem sie erst seit vier Jahren angehört. Sie konnte dort 3 Sitze dazu gewinnen und hat neu 10 der 60 Mandate inne. Für die Parteispitze zeigt dieses Ergebnis, dass die SVP in die Regierung gehöre.

Die drei Sitze gingen zu Lasten von CVP (neu 23), FDP (18) und der Sozialdemokraten (1). Das Demokratische Nidwalden blieb bei 7 Sitzen.

Dazu kommt ein Parteiloser, der sich vermutlich der SVP anschliessen dürfte. Insgesamt wurde das bürgerliche Lager leicht gestärkt. Die Stimmbeteiligung lag bei 46 Prozent.

swissinfo und Agenturen

Die beiden Halbkantone Nidwalden und Obwalden sind aus dem historischen Kanton Unterwalden hervor gegangen.

Unterwalden gehörte mit Uri und Schwyz zu den Gründerkantonen der Schweiz, die 1291 entstand.

In Nidwalden leben heute etwas über 38’000 Personen auf einer Fläche von 276 Quadratkilometer.

Zusammen mit Obwalden, Zug und Schwyz zählt Nidwalden zu den Steuerparadiesen der Schweiz.

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