The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter

UNO-Chemie-Kontrolle soll nach Genf

Alle Länder sollen wissen, welche Chemikalien sie importieren - der Bundesrat möchte das UNO-Kontrollorgan in Genf ansiedeln. Keystone Archive

Die Schweiz kandidiert für den Sitz des UNO-Sekretariats, das die Chemikalien-Ausfuhr überwachen soll. Es handelt sich dabei um eine gemeinsame Kandidatur mit Italien. Der Entscheid fällt in zwei Jahren.

Der Bundesrat möchte mit der Kandidatur die internationalen Kompetenzen für chemische Stoffe in Genf verstärken, teilte das Umwelt-Bundesamt (BUWAL) mit. Deshalb soll die Stadt zum ständigen Sekretariat des PIC-Übereinkommens werden.

Das UNO-Übereinkommen funktioniert nach dem Grundsatz des » Prior Informed Consent» (PIC) und wurde danach benannt. Es regelt die Ein- und Ausfuhr von Umwelt gefährdenden Chemikalien. Besonders deren sichere Verwendung in Entwicklungs-Ländern sicher zu stellen.

Die Ausfuhr der betreffenden Stoffe ist demnach nur erlaubt, wenn das Zielland über deren Gefährlichkeit informiert wurde und der Einfuhr zugestimmt hat.

Das Abkommen betrifft zurzeit 22 Pestizide, darunter DDT, und fünf Industrie-Chemikalien wie PCB oder Asbest.

Bis in zwei Jahren

Unterzeichnet wurde die Konvention von 73 Staaten. Sie tritt in Kraft, sobald sie von 50 Staaten ratifiziert ist, was in ungefähr zwei Jahren der Fall sein sollte.

Zum ersten Mal bewerben sich zwei Staaten gemeinsam um den Sitz des Sekretariates einer internationalen Konvention: Genf und Rom wollen den Sitz zusammen übernehmen. In den beiden Städten befindet sich bereits heute je ein Teil des provisorischen Sekretariats.

Laut Beat Nobs vom Buwal bietet sich Genf als Sitz des PIC-Abkommens besonders an: Die Stadt biete einen hochqualitative Infrastruktur und sei bereits Sitz der Chemie-Abteilung des Umweltschutz-Programmes der Vereinten Nationen und der sogenannten Basler Konvention, die den grenzüberschreitenden Transport gefährlicher Abfälle regelt. So könnten laut Nobs Kooperationen und Synergien entstehen.

swissinfo und Agenturen

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!

Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft