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Wirtschaft will UNO fürs Image

Sorgen sich ums Image der Schweiz: Die Wirtschafts-Spitzen-Manager. Keystone

Gewerbe- und Wirtschafts-Vertreter engagieren sich für einen UNO-Beitritt: Ein Draussen bleiben koste viel und schade dem Ruf der Schweiz.

Verschiedene Wirtschaftsführer machten sich am Donnerstag für die UNO stark: Ein Nein zum UNO-Beitritt würde der Schweiz schaden, sagte UBS-Präsident Marcel Ospel am Donnerstag. Die negativen Auswirkungen und die langfristigen Kosten eines Neins wären heute ungleich höher als bei der Ablehnung vor 15 Jahren, warnte er. Ein Abseitsstehen der Schweiz würde nicht goutiert. «Als wichtiger Industrie- und Dienstleistungsstandort kann uns das Image unseres Landes nicht gleichgültig sein», sagte Ospel.

UNO als Stabilitäts-Faktor

Der UNO-Beitritt der Schweiz sei überfällig, sagte Andres Leuenberger, Präsident des Wirtschafts-Verbandes economiesuisse. Es handle sich um eine langfristige Investition in den Standort Schweiz. Dieser sei an stabilen Rahmen-Bedingungen auf der ganzen Welt interessiert, und dazu trage die UNO bei.

Die Anwendung von UNO-Sanktionen sei mit der Neutralität vereinbar, betonte Leuenberger. Überdies halte sich die Schweiz bereits seit über zehn Jahren an die Wirtschafts-Sanktionen der UNO.

Schweiz und Palästinenser

Nur die Palestine Liberation Organization (PLO) habe denselben Beobachterstatus wie die Schweiz, sagte economiesuisse-Präsident Leuenberger. Dies sei für einen international sehr erfolgreichen Wirtschaftsstandort etwas seltsam.

Ganze economiesuisse einig…

Keines der economiesuisse-Mitglieder habe sich gegen den Beitritt ausgesprochen, sagte Leuenberger weiter.

Einzig die Schweiz und der Vatikan seien nicht in der UNO. Und doch gehöre die Schweiz finanziell bereits zu 90 Prozent dazu, erinnerte Leuenberger. Die Kosten für einen Vollbeitritt seien somit begrenzt, der Gewinn hingegen enorm: die Schweiz erhalte das volle Stimmrecht in der Generalversammlung.

Schliesslich sei die exportorientierte Schweiz etwa am weltweiten Schutz des geistigen Eigentums oder der Arbeitnehmerrechte interessiert. Auch hänge in Genf jeder zehnte Arbeitsplatz von der Präsenz der internationalen Organisationen ab.

… und auch Gewerbe für die UNO

«Im Gegensatz zum EU-Beitritt, den ich und auch der Gewerbeverband vehement ablehnen, verlieren wir bei einem UNO-Beitritt keine Souveränität», erklärte Präsident Hans-Rudolf Früh, des schweizerischen Gewerbeverbandes.

André Kudelski, Präsident der Westschweizer Kudelski-Gruppe, teilt zwar nicht Frühs Meinung zum EU-, wohl aber diejenige zum UNO-Beitritt. Die Neutralität habe der Schweiz bis jetzt gedient. Sie allein reiche aber nicht mehr aus.

Entscheid im März 2002

Am 2. März 2002 wird die Stimmbevölkerung in der Schweiz über einen UNO-Beitritt der Schweiz abstimmen. Die Volksinitiative «Für den Beitritt der Schweiz zur Organisation der Vereinten Nationen (UNO)» wurde am 6. März 2000 eingereicht.

Bei der letzten Abstimmung 1986 wurde ein Schweizer UNO-Beitritt deutlich abgelehnt.

swissinfo und Agenturen

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