Mehr flexible Arbeitsverhältnisse
Teilzeitarbeit, Arbeit auf Abruf, befristete Anstellungen und Temporär-Jobs: Die Zahl der flexiblen Arbeitsverhältnisse nahm zwischen 2002 und 2008 um 0,4% auf 3,3% leicht zu. Das zeigt eine Studie.
Die Entwicklung sei im Wesentlichen der Zunahme der befristeten Anstellungen – namentlich Praktikumsstellen -, aber auch der Arbeit auf Abruf zuzuschreiben, stellt das Beratungs- und Forschungsunternehmen Ecoplan im Auftrag der Aufsichtskommission der Arbeitslosenversicherung fest.
Laut Ecoplan sind Frauen, Jugendliche, Ausländer und Personen mit unzureichender Ausbildung «besonders gefährdet von atypisch-prekären Arbeitsbedingungen».
Häufig nehmen auch Arbeitslose flexible Jobs an. Gut 60 Prozent der Arbeits- oder Erwerbslosen, die eine solche Stelle antreten, erhalten später eine richtige Anstellung. Und Leute, die vor einem flexiblen Einsatz einen festen Arbeitsplatz hatten, wechseln zu rund 80 Prozent wieder zurück in ein «Normalarbeitsverhältnis».
Dies zeigt laut Ecoplan, «dass im Schweizer Arbeitsmarkt eine hohe Durchlässigkeit vorhanden ist». Flexible Arbeitsverhältnisse seien denn auch «nicht zwingend schlecht». Sie könnten Arbeitgebern wie Arbeitnehmern zusätzlichen Freiraum geben. Prekär seien sie dann, «wenn die Arbeitnehmer einer beträchtlichen Unsicherheit ausgesetzt sind, ohne dafür ausreichend abgegolten zu werden».
Für den Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) muss Arbeit existenzsichernd, planbar und mit Familienpflichten vereinbar sein. Für den Gewerkschaftsbund erfüllt Arbeit auf Abruf diese Bedingungen nicht und bedeutet häufig die Überwälzung des Unternehmensrisikos auf die Arbeitnehmenden und die Rückkehr zur Tagelöhnerei.
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