Amerikanisch-schweizerische Wirtschaftskommission demnächst aktiv
Die amerikanisch-schweizerische Wirtschaftskommission nimmt Formen an. Am Freitag werden in Washington organisatorische Fragen geregelt, wie der neue US-Botschafter J. Richard Fredericks am Donnerstag (09.12.) bekannt gab.
Die amerikanisch-schweizerische Wirtschaftskommission nimmt Formen an. Am Freitag werden in Washington organisatorische Fragen geregelt, wie der neue US-Botschafter J. Richard Fredericks am Donnerstag (09.12.) bekannt gab.
Die offizielle Arbeitsaufnahme ist für Januar in Davos (GR) vorgesehen. Die von Bundespräsidentin Ruth Dreifuss und dem amerikanischen Vizepräsidenten Al Gore im vergangenen Januar am Weltwirtschaftsforum in Davos vereinbarte Wirtschaftskommission wird sich mit einer breiten Palette von gegenseitig interessierenden Fragen befassen, wie Fredericks in Glattbrugg (ZH) vor Journalisten sagte. Dazu gehörten die Entwicklung der Finanzmärkte und des Handels ebenso wie der gemeinsame Kampf gegen die Wirtschaftskriminalität und insbesondere die Geldwäscherei. Auch Steuerfragen kämen aufs Tapet, beispielsweise im Hinblick auf Internet-Transaktionen.
Das laut Fredericks explodierende E-Commerce und seine verschiedensten Aspekte werden Schwerpunkte der Kommissionsarbeit. Dazu gehörten auch zahlreiche Fragen um die elektronischen Clearing-Netzwerke der Finanzmärkte, aber auch die Finanzmarktaufsicht, sagte Fredericks. Weiterer Schwerpunkt wird die Entwicklung und der Wiederaufbau Südosteuropas. Die Kommission soll auch zur erfolgreichen Entwicklung des Tourismus in beide Richtungen und zur Stärkung der kulturellen Bindungen beitragen.
Die Kommissionsarbeit soll in Arbeitsgruppen geleistet werden, die je nach Thema aus verschiedensten Experten des öffentlichen und des privaten Sektors gebildet werden. Am Treffen vom Freitag in Washington nehmen laut Fredericks 25 bis 30 Vertreter beider Staaten teil. Die Kommissionsarbeit wird im kommenden Januar amWeltwirtschaftsforum in Davos formell aufgenommen.
Wie Fredericks sagte, werden zahlreiche hochrangige Repräsentanten der USA dabei sein; Namen nannte er allerdings nicht. Für kommenden Frühling ist eine weitere Kommissionssitzung geplant. An einer Plenarversammlung sollen die nächsten Runden festgelegt werden.
Lob für die Schweiz
Zu den amerikanisch-schweizerischen Auseinandersetzungen um die Rolle der Schweiz und ihrer Banken im Zweiten Weltkrieg sagte der amerikanische Botschafter, das Image der Schweiz in den USA habe «nie aufgehört, positiv zu sein». Die Schweiz nehme bei der Aufarbeitung dieser Zeit eine Führungsrolle ein. Die Arbeit des so genannten Volcker-Komitees, das Anfang Woche seinen Schlussbericht über nachrichtenlose Vermögen von Holocaust-Opfern veröffentlicht hatte, bezeichnete Fredericks als einzigartig; er würdigte auch die Rolle der Schweizer Banken.
SRI und Agenturen
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