Anklage gegen Auschwitz-Lügner Gaston-Armand Amaudruz erweitert
Die Anklageschrift gegen den Rechtsextremisten Gaston-Armand Amaudruz (links, mit Bodyguard) ist am ersten Prozesstag erweitert worden. Das Gericht stimmte am Montag (03.04.) einem entsprechenden Antrag des Staatsanwaltes zu.
Die Anklageschrift gegen den Rechtsextremisten Gaston-Armand Amaudruz (links, mit Bodyguard) ist am ersten Prozesstag erweitert worden. Das Gericht stimmte am Montag (03.04.) einem entsprechenden Antrag des Staatsanwaltes zu.
Die Anklage wurde um Passagen eines Artikels erweitert, den Amaudruz in der neusten Ausgabe seines Mitteilungsblattes «Courrier du Continent» veröffentlicht hatte. Darin verleugnet der 79-Jährige unter dem Titel «Es lebe der Revisionismus» erneut den Genozid, stellt die Gaskammern in Abrede und verurteilt die Rassenmischung.
Damit zeige sich, wie der Angeklagte seine Aktivitäten trotz der Antirassismus-Strafnorm weiterführe, erklärte der Waadtländer Generalstaatsanwalt Jean-Marc Schwenter am Montag vor dem Lausanner Strafgericht.
Die ursprüngliche Anklage umfasste zwei frühere Artikel von Amaudruz. Im März und Juli 1995 schrieb er im «Courrier du Continent», dass die Tötung von sechs Millionen Juden im Zweiten Weltkrieg auf «mythischen Tatsachen» beruhe. Zudem stellte er die Existenz von Gaskammern in Abrede. Verteidiger Patrick Richard stellte dagegen zu Prozessbeginn nochmals die drei Gruppierungen in Frage, die als Privatkläger auftreten. Ein ähnlicher Rekurs gegen eine der Zivilparteien hatte das Bundesgericht im November 1995 als unzulässig abgelehnt.
Auch am Montag hatte Richard kein Glück. Das Gericht wies sein Begehren ab. Organisationen wie der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) oder die internationale Liga gegen Rassismus und Antisemitismus (Licra) würden die Interessen ihrer Mitglieder in Zivil- und Strafprozessen vertreten, urteilte das Gericht.
Dem 79-Jährigen droht wegen Rassendiskriminierung ein Gefängnisstrafe von bis zu drei Jahren. Das Urteil fällt voraussichtlich am 10. April.
swissinfo und Agenturen
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