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Aussenminister Deiss drückt in Moskau Besorgnis über Tschetschenien-Krieg aus

Am zweiten (und letzten) Tag seines Arbeitsbesuchs in Russland hat Bundesrat Joseph Deiss (l.) gegenüber dem russischen Aussenminister Igor Iwanow (r.) seine grosse Besorgnis über die Ereignisse in Tschetschenien ausgedrückt.

Am zweiten (und letzten) Tag seines Arbeitsbesuchs in Russland hat Bundesrat Joseph Deiss (l.) gegenüber dem russischen Aussenminister Igor Iwanow (r.) seine Besorgnis über die Ereignisse in Tschetschenien ausgedrückt. Iwanow sagte, der OSZE-Vorsitzende Knut Vollebaek könne in den nächsten Tagen ins Kriegsgebiet reisen.

Das Gespräch zwischen den beiden Aussenministern Deiss und Iwanow am Freitag (03.12.) dauerte rund drei Stunden, wie der Informationschef des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), Ruedi Christen, auf Anfrage sagte. Zentrales Thema der Unterredung sei Tschetschenien gewesen.

Deiss habe seine grosse Besorgnis über die Ereignisse in der Kaukasus-Republik ausgedrückt, insbesondere über die Lage der Zivilbevölkerung, und habe das Anliegen vorgebracht, dass internationalen humanitären Organisationen der Zutritt ins Kriegsgebiet gestattet wird, verlautete aus dem EDA weiter. Iwanow habe Deiss zugesichert, Gespräche dazu seien im Gang, insbesondere im Hinblick auf mögliche Tätigkeiten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) und dem UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR.

Den beiden Organisationen versprach Aussenminister Deiss die Aufstockung der Schweizer Hilfe um eine Million auf zwei Millionen Franken. Deiss habe zudem betont, es sei unbedingt nötig, dass die OSZE ihre Funktion, wie in Istanbul vereinbart, wahrnehmen könne, sagte Christen weiter. Iwanow habe daraufhin gesagt, der OSZE-Vorsitzende Vollebaek könne in den nächsten Tagen einen Augenschein im Kriegsgebiet halten.

Vor dem Gespräch mit Iwanow hatte Bundesrat Deiss in Moskau die wieder errichtete Christ-Erlöser-Kirche besucht, welche von Stalin abgerissen worden war.

Am Donnerstag hatte der Vorsteher des Eidgenössischen Departementes für auswärtige Angelegenheiten (EDA) unter anderem ein Gespräch mit dem Minister ad interim für Katastrophenschutz, Juri Worobiow, geführt. Zudem war er mit Vertretern politischer Parteien zusammengekommen, so mit dem ehemaligen Regierungschef und Aussenminister, Jewgeni Primakow.

Auch bei diesen Gesprächen ging es vor allem um den Krieg in Tschetschenien und die innenpolitische Lage zwei Wochen vor der Duma-Wahl vom 19. Dezember. Er sei zum Schluss gekommen, dass die verschiedenen Exponenten die Lage ähnlich berurteilten, erklärte Deiss anschliessend. Seine Gesprächspartner seien sich einig, dass Russland im Nordkaukasus den Terrorismus bekämpfen müsse, und dass die russische Armee versuche, Opfer unter der Zivilbevölkerung zu vermeiden.

SRI und Agenturen

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