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Trotz Angriffen: Schweizer Unternehmer bleiben Dubai treu

Gebäude
Ein Gebäude in Dubai, dessen Fassade nach Angaben der Behörden durch Trümmer einer abgefangenen Rakete beschädigt wurde. Copyright 2026 The Associated Press. All Rights Reserved.

Trotz des Konflikts bekräftigen die in Dubai ansässigen Schweizer Unternehmer ihre Verbundenheit mit der Stadt am Persischen Golf. Sie weisen auch die Kritik an den Steuervorteilen zurück, von denen sie profitieren.

Dubai: Für die einen ist es die Stadt des Glanzes und der Steuervorteile, für die anderen die Heimat der tausend Geschäftsmöglichkeiten und des multikulturellen Zusammenlebens. Aus diesen oder anderen Gründen haben sich viele Schweizer Bürgerinnen und Bürger in Dubai niedergelassen – rund 3800 in den gesamten Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), so die letzten ZahlenExterner Link des Bundesamtes für Statistik (BFS).

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Der Ende Februar von den USA und Israel begonnene Krieg gegen den Iran hat die Länder der Golfregion in seinen Sog gezogen. Plötzlich flogen Drohnen und Raketen über den Wolkenkratzern von Dubai, dem zweitwichtigstenExterner Link Wirtschaftszentrum des Landes hinter der Hauptstadt Abu Dhabi.

Für Schweizer Unternehmer und Investoren, die auf dem emiratischen Markt tätig sind, hat der Konflikt bereits negative Auswirkungen.

Sinkende Investitionen

«Die Nachfrage nach Beratung aus der Schweiz zur Gründung von Unternehmen in Dubai besteht immer noch, aber sie ist rückläufig», sagt Urs Stirnimann, 72, Partner in einer Anwaltskanzlei, die ausländische Unternehmer bei der Gründung ihres Unternehmens unterstützt. «Einige ausländische Unternehmen überlegen sich auch, ob sie gehen sollen oder nicht», fügt der Bündner hinzu, der seit über 20 Jahren im Land lebt.

Stephan Bedoe (45) und seine Frau besitzen eine Firma, die in Immobilien investiert und wohlhabende Personen berät. Er hat eine differenzierte Sicht auf die Auswirkungen des Krieges.

«In der unmittelbaren Zukunft hat der Konflikt erhebliche Auswirkungen auf unser Geschäft», sagt er. «Die Investoren warten ab, wie sich die Situation entwickelt.» Laut dem Unternehmer mit Zürcher Wurzeln besteht jedoch weiterhin Interesse: «Sie sehen auch die Möglichkeit, billiger einkaufen zu können.»

Zu früh, um einen Umzug zu erwägen

Der Immobiliensektor gehört zu den Bereichen, die am meisten vom Konflikt in der Region betroffen sind. In den ersten 12 Tagen des Monats März sank das Volumen der Immobiliengeschäfte in den Emiraten um 37% im Vergleich zum Jahr 2025 und um 49% im Vergleich zum Vormonat, wie Analysten von Goldman Sachs gegenüber Reuters erklärten.

Laut dem Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) gehören zu den weiteren stark betroffenen Sektoren das Gastgewerbe, die Veranstaltungsbranche und die Logistik.

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Alle Schweizer Unternehmer, mit denen wir gesprochen haben, sind sich jedoch einig, dass es noch zu früh ist, um die mittelfristigen Auswirkungen des Konflikts zu beurteilen. Für den 36-jährigen Nico Tschanz «wäre es kontraproduktiv, daran zu denken, Dubai zu verlassen, denn Vertrauen ist ein wesentliches Element in meinem Geschäft». Der gebürtige Berner lebt seit 2021 dort und hat seit eineinhalb Jahren seine Beratungsfirma für Vermögensverwaltung aufgebaut.

«Bisher haben wir keine spezifischen Informationen über Schweizer Unternehmen, die erwägen, ihre Aktivitäten in den Golfstaaten aufgrund des andauernden Krieges einzustellen», bestätigt Fabian Maienfisch, Sprecher des Seco, seinerseits.

Nico Tschanz, der auch Delegierter für die Region im Rat der Auslandschweizer-Organisation (ASO) ist, denkt nicht daran, in die Schweiz zurückzukehren. Dasselbe gilt für Urs Stirnimann, der mehrere Jahre für das IKRK in Krisenländern gearbeitet hat und «weiss, was es bedeutet, in einem Konfliktgebiet zu leben».

Auch Stephan Bedoe, der mit seiner Familie in Dubai lebt, hat nicht die Absicht, eine Stadt zu verlassen, in der er sich mittlerweile zu Hause fühlt. «Wir haben uns ganz bewusst dafür entschieden, in Dubai zu leben. Es ist zu unserer Heimat geworden. Wir lieben das Leben hier, im Kontakt mit all den Nationalitäten, die in gutem Einvernehmen nebeneinander leben», betont er.

Die Steuerflüchtlinge und die Anderen

Die iranischen Luftangriffe führten zu zahlreichen Flugausfällen, Tausende von Passagieren sassen in einem der grössten Luftdrehkreuze der Welt fest. Viele riefen ihre Regierung zu Hilfe, um sie nach Hause zu holen. Das plötzliche patriotische Aufbäumen einiger Steuerflüchtlinge löste in mehreren europäischen Ländern eine Welle der Empörung aus.

Fabio Belloni (54) ist der Meinung, dass es zwei Arten von Einwohner:innen in Dubai gibt, die man unterscheiden muss: einerseits Influencer, Bloggerinnen oder Leute, die in der volatilen Finanzwelt, zum Beispiel mit Kryptowährungen, tätig sind – «die sind zuerst gegangen, die meisten von ihnen sind Steuerflüchtlinge» – und andererseits Unternehmer und ihre Familien, «die ein Standardleben führen, wie man es auch in der Schweiz führen kann». Der Tessiner besitzt eine Beratungsfirma für Unternehmen, die in die VAE expandieren wollen. Er und seine Familie haben auch nicht vor, Dubai zu verlassen.

«Die meisten Leute, die ich hier kenne, sind nicht aus steuerlichen Gründen gekommen. Das sind nette Nebeneffekte», meint Nico Tschanz. Stephan Bedoe hat von dieser Kritik nicht unbedingt etwas mitbekommen. Er sagt aber: «Wenn Ihnen Raketen und Drohnen über den Kopf fliegen, spielt es keine Rolle, ob Sie aus Gründen der Steueroptimierung oder aus anderen Gründen gekommen sind: Es geht in erster Linie um verunsicherte Menschen.»

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Während Expats in Dubai von sehr günstigen Steuerbedingungen profitieren, riskieren sie viel, wenn sie in ihr Heimatland zurückkehren. Sie würden dann nämlich wieder steuerlich ansässig und könnten unter Umständen auch rückwirkend auf ihr in den Emiraten erzieltes Einkommen besteuert werden.

Um wohlhabende Ausländer:innen, die aus dem Land geflohen sind, zur Rückkehr nach Dubai zu bewegen, scheint die Regierung des Golfstaates jedoch Nachsicht zu zeigen. Die britische Tageszeitung Financial TimesExterner Link berichtet, dass diese Personen ihren Steuerstatus beibehalten könnten, der es ihnen ermöglicht, keine Einkommenssteuer zu zahlen, selbst wenn sie sich einige Zeit ausserhalb des Landes aufhalten.

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Ein widerstandsfähiger Markt

Trotz der unsicheren Lage ist Fabio Belloni um die Wirtschaft Dubais nicht besonders besorgt: «Dubai hat schon einige schwere Krisen erlebt, etwa 2008 den Zusammenbruch des Subprime-Marktes oder die Covid-Pandemie.»

Fabian Maienfisch, Sprecher des Seco, teilt diese Ansicht. Die Region hat in der Vergangenheit ihre Widerstandsfähigkeit und ihr erneutes Wachstum gegenüber wirtschaftlichen Schocks unter Beweis gestellt. Er fügt hinzu: «Es ist noch zu früh, um die langfristigen Auswirkungen des aktuellen Konflikts auf die Länder des Golf-Kooperationsrats zu bestimmen.» Diese regionale Organisation umfasst sechs Länder: Saudi-Arabien, Oman, Kuwait, Bahrain, die VAE und Katar.

«Das Emirat Dubai ist zu 95% nicht vom Öl abhängig», sagt Nico Tschanz, was es widerstandsfähiger gegen Krisen macht. Die Wirtschaft ist tatsächlich diversifizierter als die vieler ölabhängiger Nachbarstaaten, mit einem starken Wachstum in den Bereichen Tourismus, Finanzen und Logistik.

Editiert von Samuel Jaberg. Übertragung aus dem Französischen mithilfe von KI: Giannis Mavris

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