The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter

CITES-Konferenz: Schweiz unterstützt Antrag für begrenzten Elfenbein-Handel

Elefanten sollten wirksam vor Handelsinteressen geschützt werden. Mit diesem Appell hat Kenias Präsident Daniel arap Moi am Montag (10.04.) die 11. Vertragsstaaten-Konferenz des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens (CITES) eröffnet.

Elefanten sollten wirksam vor Handelsinteressen geschützt werden. Mit diesem Appell hat Kenias Präsident Daniel arap Moi am Montag (10.04.) die 11. Vertragsstaaten-Konferenz des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens (CITES) eröffnet.

Nachdem vor drei Jahren der totale Schutz für Elefanten gelockert worden sei, habe die Wilderei in Kenia zugenommen, sagte arap Moi in Nairobi. Weiter erklärte der Staatschef, er hoffe, dass während der Konferenz in Nairobi eine Lösung gefunden werde.

Dies dürfte nicht einfach sein, da Kenia kann nur mit der Unterstützung Indiens, Tansanias und Deutschlands rechnen kann. Südafrika, Namibia, Simbabwe und Botswana dagegen wollen einen strikt kontrollierten Handel mit registriertem Rohelfenbein aus Regierungsbeständen betreiben.

Deshalb verlangen sie, dass die im südlichen Afrika lebenden Elefanten weiterhin im Anhang II der CITES-Konvention aufgeführt werden, womit der begrenzte Handel ermöglicht wird. CITES bestimmt in drei Anhängen den Grad der Bedrohung von wildlebenden Tieren durch den internationalen Handel.

Schweiz: Kein bedingungsloser Schutz

Die Schweiz unterstützt diese Position Südafrikas, sofern die von der CITES eingesetzten Experten sie befürworten – und lässt damit den Appell der Umweltorganisationen WWF, Greenpeace und Schweizer Tierschutz (STS), die einen effektiven Schutz der gefährdeten Tierarten fordern, ungehört verhallen.

Wale ebenfalls bedroht

Ausser den Elefanten sind auch die Wale bedroht. Japan und Norwegen wollen den Handel mit Walfleisch weiter ankurbeln. Sie beantragen an der Konferenz, für Grau- und Zwergwale den Handel in begrenztem Mass einzuführen. Die Schweiz will den Anträgen zustimmen, pocht dabei jedoch auf eine Nullquote.

Die Schweiz gewichte die Handelsinteressen höher als den Schutzgedanken, schreibt Greenpeace. Und sei damit einmal mehr für eine negative Überraschung gut. Gemäss STS verstossen die Anträge Norwegens und Japans gegen das Fangmoratorium der Internationalen Wahlfangkommission (IWC).

Insgesamt beraten die 150 CITES-Vertragsstaaten auf der zehntägigen Tagung über die Zukunft von 62 Tier- und Pflanzenarten, deren Überleben durch den internationalen Handel gefährdet ist. Neben Elefanten und Walen sind das beispielsweise Meeresschildkröten, das Moschustier oder der Koreanische Ginseng.

Die Schweizer Delegation steht unter der Leitung von Peter Dollinger vom Bundesamt für Veterinärwesen geleitet.

Hintergrundinformation

Eine Broschüre zum Thema «CITES und die Schweiz» kann beim Bundesamt für Veterinärwesen, Postfach, 3003 Bern angefordert werden. Im Internet finden sie die Hintergrundinformationen unter folgender Adresse:

http://www.admin.ch/bvet/0_navigation-d/0_index-intern.html

swissinfo und Agenturen

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!

Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft