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Davos trifft auf starke Gegner

Szene aus dem Spiel zwischen Ruda Hvezda Brünn und dem HC Davos beim Spengler Cup 1958. Der HCD gewinnt das Finalspiel und damit das Turnier. Keystone Archive

Fünf Topteams, verstärkt aus allen Nationalliga-Klubs, sorgen für das Spektakel am 75. Davoser Spengler Cup.

Titelhalter Davos trifft auf die Landesmeister Turku und Adler Mannheim, den tschechischen Finalisten Sparta Prag und das Team Canada.

Die Davoser, die letzte Saison erstmals seit 42 Jahren ihren Traditionsanlass gewannen, steigen erneut als Favorit ins Jubiläumsturnier. In der Meisterschaft führt der HCD mit neun Punkten Vorsprung überlegen die Tabelle an.

Die vier abwesenden U20-Internationalen werden durch die Skandinavier Mika Strömberg, Johan Witehall (beide von Chur), Morgan Samuelsson (ZSC Lions) und Fredrik Nilsson (Kloten) mehr als kompensiert.

Zudem spielen mehrere Davoser um ihr Olympiaticket. Die Botschaft von Nationalcoach Ralph Krueger war klar genug: «Am Spengler Cup müssen diese Spieler beweisen, dass sie sich auf internationalem Niveau durchsetzen und damit in Salt Lake City eine Rolle spielen können.»

Nur Sparta ohne Verstärkung

Die Davoser Gegner sind stark. Sparta Prag und Adler Mannheim kommen als Leader ihrer Meisterschaften ins Landwassertal. Der finnische Meister TPS Turku hat sich nach enttäuschendem Start (drei Siege und acht Niederlagen) ebenfalls gefangen und orientiert sich wieder nach vorne.

Und das zusammengewürfelte Team Canada hat noch immer um den Turniersieg mitgespielt. Wie Davos hat sich in diesem Jahr auch Mannheim (mit fünf Spielern) und Turku (mit drei Akteuren) verstärkt.

Bei Mannheim spielt unter anderem der kanadische NHL-Saurier J-J. Daigneault, der als Verteidiger vor wenigen Tagen bei seinem Debüt für Biel in der NLB gleich einen Hattrick erzielte. Turku erhofft sich von den «Schweiz-Finnen» Petteri Nummelin (Lugano), Kimmo Rintanen (Kloten) und Petri Varis (ZSC Lions) Impulse.

Es geht nicht nur um Sport

Dass nur Sparta Prag, die tschechische Vertretung des Anschutz- Imperiums, ohne Verstärkungen antritt, ist der beste Beweis, dass am Spengler Cup nicht bloss der Sport wichtig ist.

Das Turnier ist (mit einem Einnahmen-Überschuss von rund zwei Mio. Franken) für den HC Davos lebenswichtig und ausserdem das beste Schweizer Eishockey-Schaufenster, von dem die übrigen NLA-Klubs ebenfalls mit je 90’000 Franken profitieren.

Die beiden letzten Turnier-Präsidenten, der eigenwillige Alfred «Putz» Gfeller und der ruhige Fredi Pargätzi trieben den Spengler Cup zu jener Blüte, die ihn heute auszeichnet.

Pargätzi legte sein Amt überraschend diesen Sommer nieder. Er wird vor dem Eröffnungsspiel (Davos – Sparta Prag) während der Eröffnungsfeier, die am 26.12.2001 um 15 Uhr beginnt, gebührend verabschiedet.

Jeder ist ein V.I.P.

Pargätzis Nachfolge – das Dreiergremium Rolf Bachmann, Jörg Eberle und Georg Gasser – hat den Spengler Cup nicht umgekrempelt. Erstmals pfeift ein ehemaliger NHL-Referee am Spengler Cup.

Verbessert wurde die Infrastruktur neben der Eissporthalle – getreu dem Motto: «Bei uns ist jeder ein V.I.P.». Wieder lanciert wird das Prominenten-Spiel am Silvester vor dem Final. Insbesondere die Schweizer Musikszene ist dabei stark vertreten – mit DJ Bobo, Gölä und drei «Gotthard»-Rockern.

Jubiläumsbuch «Zauberformel»

Zum 75. Spengler Cup Davos zeichnet das Jubiläumsbuch «Zauberformel» in 15 Kapiteln die einzigartige sportliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Erfolgsstory des Davoser Eishockey-Turniers nach.

Das Buch reicht von Gründer Carl Spengler bis Fredi Pargätzi, von Bibi Torriani bis Arno Del Curto, vom HC Davos bis ACBB Paris, von Vaclav Nedomansky bis Lance Nethery, von den Siegen der russischen «Sputniks» bis zu jenen des kanadischen Patrioten Andy Murray.

Neben dem Rückblick auf die bisherigen Turniere umfasst es Geschichten und Anekdoten, an denen es dem Spengler Cup nie mangelte. Den Autoren Daniel Germann und Werner Schweizer ist es gelungen, auf 206 Seiten ein Stück Schweizer Eishockey-Geschichte informativ und unterhaltend aufzuarbeiten und wiederzugeben.

swissinfo und Rolf Bichsel (Si)

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