Illegaler Handel mit Kriegsmaterial für die UÇK aufgedeckt
In der Schweiz wohnhafte Kosovo-Albaner haben 1999 über Strohmänner für die UÇK Waffen beschafft. Zwei Personen sind in Haft. Die Bundesanwaltschaft hat die weitere Untersuchung dieses illegalen Kriegsmaterialhandels an den Kanton Genf delegiert.
Wie die Bundesanwaltschaft am Dienstag (29.08.) mitteilte, beauftragten hier domizilierte Kosovo-Albaner im Frühjahr 1999 einen französischen Geschäftsmann mit dem Kauf von Waffen für die Befreiungsarmee UÇK und übergaben ihm und seinem schweizerischen Geschäftspartner 4,5 Mio. Franken.
Die beiden Geschäftsleute kauften im Ausland für rund eine Mio. Schweizerfranken Panzerabwehrwaffen mit Munition. Als Empfänger der Waffen gaben sie einen afrikanischen Staat an, bei dem sie ein «End-User»-Zertifikat erworben hatten.
Das Kriegsmaterial wurde im Juni 1999 zwar nach Afrika eingeschifft, aber dann nach Albanien umgeleitet. Die finanziellen Transaktionen wurden teils bar, teils über eine schweizerische Gesellschaft in Genf abgewickelt.
Die Bundesanwaltschaft nahm in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei und den Kantonspolizeien von Genf und Waadt mit Schwerpunkt in der Westschweiz mehrere Hausdurchsuchungen vor und beschlagnahmte Vermögenswerte von rund 700’000 Franken. Woher das Geld stammt, ist noch Gegenstand der Untersuchungen.
Ein Kosovo-Albaner und ein Franzose, die am 13. Juli verhaftet wurden, befinden sich wegen Verdunkelungs- und Fluchtgefahr noch in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft hat das gerichtspolizeiliche Ermittlungsverfahren abgeschlossen und den Fall den Behörden des Kantons Genf übertragen.
Die Höchststrafe für illegalen Kriegsmaterialhandel liegt bei zehn Jahren Zuchthaus, kombiniert mit einer Busse bis zu fünf Mio. Franken.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch