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Schweizer Equipe nur von Deutschland geschlagen

Auch wenn drei der Spitzenpferde nicht zur Verfügung standen: Die Schweizer Equipe schaffte den zweiten Rang. Keystone

Deutschland hat erstmals seit 16 Jahren wieder den Nationenpreis der Schweiz gewonnen. Der Olympiasieger, Welt- und Europameister siegte beim CSI0 in St. Gallen in der Besetzung Lars Nieberg/Esprit, Marcus Ehning/For Pleasure, Franke Sloothaak/Joli Coeur, Ludger Beerbaum/Gladdys mit vier Punkten überlegen vor der Schweiz mit 12 und Schweden mit 16 Punkten.

Vom Schweizer Quartett mit Willi Melliger/Annaconda, Urs Fäh/Garry, Paul Freimüller/Himmerdor und Markus Fuchs/Tinka’s Boy konnte ein derart gutes Abschneiden im Credit Suisse Nationenpreis nicht erwartet werden, denn mit Melligers Calvaro, Beat Mändlis Pozitano und Lesley McNaughts Dulf stehen zur Zeit gleich drei Equipenpferde nicht zur Verfügung.

Vor 20’000 Zuschauern war aber nicht nur auf Weltcupsieger Fuchs Verlass, der neben Ludger Beerbaum, Lars Nieberg, Einzel-Olympiasieger Jeroen Dubbeldam (De Sijem), der Schwedin Malin Baryard (Butterfly) und dem Belgier Ludo Philippaerts (Parco) zu jenen Reitern gehörte, die in beiden Umgängen ohne Fehler blieben.

Freimüllers Steigerung

Eine hervorragende Leistung zeigte auch Paul Freimüller, der mit Himmerdor nach einem Nullfehler-Ritt im ersten Umgang nur einen Abwurf in Kauf nehmen musste. Der Brillenträger aus Humlikon, der mit dem 12-jährigen Belgien-Hengst in den ersten beiden Nationenpreisen dieses Jahres in La Baule und Rom verhalten in die
«grüne» Saison gestartet war, schuf sich damit im Kampf um den vierten Equipen-Platz für die Europameisterschaften von Ende Monat in Arnheim eine ausgezeichnete Ausgangslage.

Selektioniert wird das Schweizer EM-Team im Anschluss an den CHIO in Aachen. Urs Fäh verzeichnete mit dem erstmals in einem Nationenpreis eingesetzten neunjährigen Oldenburger-Wallach Garry je ein Versehen. Für Fäh als zweiten Schweizer Reiter war die Aufgabe im ersten Umgang alles andere als leicht, zumal vor ihm Willi Melliger mit der Holsteiner Schimmelstute Annaconda drei Stangen gerissen hatte.

Nach dem ersten Durchgang durfte die Schweiz sogar noch auf die Wiederholung des letztjährigen CSIO-Sieges in Luzern hoffen. Mit vier Zählern hatte die Mannschaft von Equipenchef Martin Walther gemeinsam mit Deutschland das Klassement angeführt.

Beerbaums «Finanzplatz Schweiz»

Trotz der einmal mehr geschlossenen Mannschaftsleistung der Deutschen überstrahlte einer an diesem Pfingstwochenende alle: Ludger Beerbaum war mit der erst neunjährigen Westfalen-Stute Gladdys schon in der GP-Qualifikation und im Grand Prix selber ohne Fehler geblieben und durfte deshalb eine Spezialprämie von 50’000
Franken entgegen nehmen. Damit erhöhte sich der Zahltag des Weltranglisten-Ersten in St. Gallen auf exakt 100’100 Franken. Darin eingeschlossen sind die 5’000 Franken, die ihm als Preis für den erfolgreichsten Reiter zusätzlich zustanden. Für den mehrfachen Olympiasieger wurde die Schweiz somit zum zweiten Mal innert vier Monaten zum lukrativen «Finanzplatz». Anfang Februar hatte er beim CSI Zürich, unter anderem für seine Siege in allen drei Hauptevents, 176’000 Franken eingestrichen.

Beerbaum hatte nach getaner Arbeit nicht nur für Gladdy, sondern – zu Recht – auch für die Organisatoren nur lobende Worte übrig. Die Bedingungen seien perfekt gewesen, sowohl auf als auch neben dem Reitplatz, meinte Beerbaum. Der Entscheid des OK, die Verhältnisse im Gründenmoos mit 300 Tonnen Lava-Sand zu optimieren und die Rahmenprüfungen am Sonntag wegen der misslichen Witterung abzusagen, hat sich bestens bewährt.

swissinfo und David Bernold (Si)

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