Spengler Cup: Perfekter Davoser Auftakt
Gastgeber und Titelhalter Davos gelang die Ouvertüre zur 75. Edition des Spengler Cups nach Mass. Die Bündner besiegten Sparta Prag 3:2.
Das erste Drittel zur Jubiläums-Ausgabe war in der restlos ausverkauften Halle so gar nicht nach dem Gusto der HCD-Anhänger verlaufen. Mit der aufsässigen Spielweise des tschechischen Spitzenclubs bekundeten die Einheimischen mehr Mühe als gemeinhin erwartet. Sparta Prag fand bedeutend schneller zu einem ansprechenden Rhythmus. Es verdiente sich seine 1:0-Führung nach dem ersten, fürs Publikum kaum überdurchschnittlich attraktiven Startabschnitt zweifellos.
Goalie Lars Weibel war beim ersten Gegentreffer allenfalls vorzuwerfen, dass er den Scharfschuss von Jaroslav Hlinka direkt vors Gehäuse abprallen liess. Richard Zemlicka (37), der beste Skorer (17 Treffer) in der heimischen Extraliga, nahm die unverhoffte Bündner Offerte an und bezwang den ansonsten tadellosen Weibel aus nächster Nähe problemlos. «Wir hatten im ersten Drittel tatsächlich Mühe. Es dauerte etwas lange, bis wir unseren Rhythmus hatten und mit der nötigen Ruhe spielten», urteilte Weibel.
Spätestens nach Michel Riesens Ausgleich im ersten HCD-Powerplay (23.) schienen die verstärkten Bündner ihre anfänglichen Schwierigkeiten überwunden zu haben. Dass Spartas Hüter Petr Briza den zugegebenermassen geschickt verzögerten Handgelenkschuss des NHL-Rückkehrers aus relativ spitzem Winkel passieren liess, brauchte keinen Davoser zu kümmern. In der Folge hätten diese das Skore mit etwas mehr Fortune gar erhöhen können, ja zuweilen müssen; zumal die Prager Equipe zumindest im mittleren Abschnitt zu erstaunlich wenig Gegenwehr in der Lage war.
HCD-Doublette entscheidend
Und trotz langem Anlauf und einiger leichtfertig verpassten Chancen reichte die solide, aber keinesfalls hochklassige Performance aus, das dominierende Team aus dem Land des aktuellen Weltmeisters in die Schranken zu weisen. Die Schlüsselrolle auf dem Weg zum achten Davoser Starterfolg der letzten neun Auftaktspartien spielte Doppeltorschütze Josef Marha.
Drei Minuten vor der zweiten Pausen-Unterbrechung (und nach einem idealen Steilpass Beni Winklers) dribbelte er Briza im Stile eines Klassestürmers aus; nach 136 Sekunden des letzten Drittels verschaffte sich der tschechische Center mit zwei, drei Finten Raum und krönte sein Solo mit dem wegweisenden 3:1. Der gelungene Einstieg zur winterlichen Eishockey-Gala stand selbst dann nicht mehr zur Debatte, als Altmeister Zemlicka Weibel ein zweites Mal überwand.
Matchwinner Marha: «Spannend und speziell»
Marha, der letztmals vor sieben Jahren in seiner Heimat im Einsatz stand, beschrieb den Vergleich mit Sparta als «spannend und speziell», ein grosser Unterschied zum Niveau im NLA-Alltag seis aber nicht gewesen. «Nein, nein, in unserer Meisterschaft wird ähnlich intensiv gespielt. Die Nationalliga A wird doch vielfach unterschätzt, am meisten wohl in meiner Heimat selbst», gab der einstige Colorado-Zweitrunden-Draft zu bedenken. In der National Hockey League fasste er trotz mehrerer Versuche nie Fuss, im Landwassertal hingegen schätzen sie seine Qualitäten: «Marha hat heute wieder einmal gezeigt, wie stark er ist», lobte Weibel.
Nedveds Nasenbeinbruch
Ein anderer Professional mit tschechischem Pass rückte aus weitaus unerfreulicherem Anlass kurz in den Fokus. Für Jaroslav Nedved endete der Betriebsausflug nämlich bereits am ersten Turniertag. Bei einem harten, vom kanadischen Profi-Referee Lance Roberts allerdings nicht geahndeten Rencontre mit der schwedischen Chur-Leihgabe Johan Witehall erlitt der Verteidiger aus dem ersten Block einen Nasenbeinbruch mit klaffender Wunde.
Canada startete mit Sieg
Im Abendspiel schlug Team Canada das deutsche Team Mannheim klar mit 5:0. Mit zwei Doppelschlägen zum 2:0 beziehungsweise 4:0 legte das Team Canada den Grundstein zu seinem 5:0-Sieg über den erstaunlich zahmen DEL-Champion Adler Mannheim. Biel-Stürmer Ryan Savoia, Gottérons Craig Ferguson, Luganos Mike Maneluk und Jan Alston von den ZSC Lions schossen die Tore.
swissinfo und Sven Schoch, Davos (Si)
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch