SWISSCOY soll im Kosovo bleiben
Der Bundesrat will den Einsatz der 220 Mann starken SWISSCOY-Truppe im Kosovo verlängern.
Damit will die Schweiz auch militärisch zur Stabilisierung des Balkans beitragen.
Solange die UNO-Administration im Kosovo die Unterstützung der KFOR (Kosovo Force) benötige, erwarte die Staatengemeinschaft, dass die Schweiz im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch militärisch zur Stabilisierung des Balkans beitrage. Dies schreibt der Bundesrat in seinem Zwischenbericht zum SWISSCOY-Einsatz.
Die Schweiz sei von allen westeuropäischen Staaten am stärksten von den Auswirkungen des Kosovokonflikts betroffen gewesen. Ein Wiederaufflammen der Krise würde erneut einen Flüchtlingsstrom in die Schweiz zur Folge haben. Neben der zivilen Wiederaufbauhilfe im Interesse des Kosovo, liege das SWISSCOY-Engagement deshalb auch im Interesse der Schweiz.
Botschaft in der Frühjahrs-Session
Der Bundesrat wird voraussichtlich in der Frühjahrssession 2003 eine Botschaft überweisen, die sich mit der Verlängerung des bis Ende 2003 bewilligten SWISSCOY-Einsatzes befasst. Das Parlament wird darüber in der Sommer- und Herbstsession 2003 beraten.
Der Bundesrat möchte das künftige Schweizer Engagement im Kosovo stärker auf die Bekämpfung der organisierten Kriminalität ausrichten. Dies würde vermehrt zu einer Hauptaufgabe der internationalen Präsenz. Eine entsprechende Unterstützung der zivilen Polizei vor Ort erachtet der Bundesrat deshalb als sinnvoll.
Seit 1999 im Einsatz
Seit 1999 unterstützt die SWISSCOY im Kosovo innerhalb der KFOR das österreichische Bataillon AUCON. Mit dem Ja des Schweizer Volks zum revidierten Militärgesetz im Juni 2001 kann sich die bis 220 Personen zählende SWISSCOY selber schützen. Der Einsatz kostet im laufenden Jahr 33 Mio Franken, für 2003 sind 37,5 Millionen budgetiert.
swissinfo und Agenturen
23. Juni 1999: Bundesratsentscheid zur Beteiligung der auf der UN-Resolution 1244 basierenden Kosovo-Friedenstruppe.
Kontingentsgrösse: Max. 220 freiwillige, zum Selbstschutz bewaffnete Armee-Angehörige.
Logistische Unterstützung in den Bereichen Campbau, Spezialtransporte, Wasseraufbereitung und -verteilung, medizinische Hilfe.
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch