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Ukrainische Roma erhalten Unterstützung aus Holocaust-Fonds

Rolf Bloch übergibt einer ukrainischen Roma die 400 Dollar. Keystone

Erstmals erhalten ukrainische Roma, die den Holocaust überlebt haben, Unterstützung aus dem schweizerischen Spezialfonds: 3966 Personen bekommen je 400 US-Dollar.

Die ersten Begünstigten konnten laut Angaben des Fondssekretariats ihre Unterstützung am Freitag (18.08.) in Kiew in Anwesenheit von Fondspräsident Rolf Bloch, Fondssekretärin Barbara Ekwall, dem Schweizer Botschafter in der Ukraine Jean-François Kammer und ukrainischen Behörden entgegennehmen.

Die Unterstützung stelle für die bedürftigen Holocaust- Überlebenden, die mit einem durchschnittlichen Monatseinkommen von etwa 20 US-Dollar leben müssen, eine wichtige materielle Unterstützung dar, schreibt der Fonds. Rolf Bloch unterstrich an einer Pressekonferenz in Kiew die Bedeutung dieser erstmaligen Auszahlung an Roma in der Ukraine.

Schwierige Suche nach Roma-Überlebenden

Die Verteilung der Unterstützungsgelder an diese Personen – insgesamt knapp 1,6 Mio. Dollar oder 2,7 Mio. Franken – wurde möglich auf Grund eines Gesuchs der Ukrainischen Nationalen Stiftung «Verständigung und Aussöhnung».

Das Auffinden von Roma-Überlebenden des Holocaust habe sich als sehr schwierig erwiesen, da die Verfolgung dieser Opfergruppe während des Zweiten Weltkrieges kaum dokumentiert und erforscht ist, heisst es in einer Pressemitteilung des Fonds. Der Fonds habe zusammen mit den ukrainischen Partnerorganisationen ein Verfahren entwickelt, berechtigte Antragsteller ausfindig zu machen.

In Zusammenhang mit dieser Arbeit seien die Roma in der Ukraine erstmals auf höchster politischer Ebene als Opfer der Nazi- Verfolgung anerkannt worden.

Fondsgelder weitgehend aufgebraucht

Die Auszahlung an die Roma in der Ukraine ist eine der letzten Auszahlungen des Spezialfonds, in den bisher über 273 Mio. Franken an Spenden und rund 22 Mio. Franken an Zinsen geflossen sind. Die Fondsleitung hat über die Verteilung von rund 290 Mio. Franken entschieden. Von diesen Geldern waren Ende Juli 281 Mio. an Partnerorganisationen zur Verteilung überwiesen und davon 206 Mio. Franken an Bedürftige ausbezahlt. Wenn der ganze Fonds erschöpft ist, werden etwa 300’000 Menschen in den Genuss von Geldern gekommen sein.

Der Schweizer Fonds zugunsten bedürftiger Opfer von Holocaust/ Shoa wurde am 6. Februar 1997 durch eine Verordnung des Bundesrates geschaffen. Der Fonds bezweckt die Unterstützung bedürftiger Personen, die aus rassistischen, religiösen, politischen oder anderen Gründen verfolgt oder in anderer Weise Opfer von Holocaust/Shoa geworden sind, sowie die Unterstützung ihrer bedürftigen Nachkommen.

swissinfo und Agenturen

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