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US-Botschafter lobt Schweiz

US-Botschafter Mercer Reynolds. swissinfo.ch

Der neue US-Botschafter in der Schweiz, Mercer Reynolds, lobt die Schweiz, was die Kontrolle der Finanz- und Wirtschaftskriminalität betrifft.

Reyonolds, der seine Arbeit in Bern offiziell ausgerechnet am 11.September aufgenommen hatte, beobachtet seither den Kampf der Schweiz gegen Wirtschaftskriminalität und die Suche nach möglichen Transit-Terroristen sehr genau. «Die USA sind mit den Bemühungen der Schweiz äusserst zufrieden», meint Reynolds in einem Gespräch mit swissinfo.

«In der Bekämpfung gegen die finanzielle Seite des internationalen Terrorismus kämpfen die Schweizer an vorderster Front. Die Task Force beschäftigt sich damit. Und ihre Ergebnisse sind sehr beachtenswert.»

Für Reynolds gab es keinen Zweifel, dass die Suche nach Terroristengeldern erfolgreich enden würde.

«35% des zwischen den Ländern fliessenden Vermögens der Welt befindet sich in der Schweiz», sagte er swissinfo. «Deshalb erstaunt es nicht, hier Gelder zu finden, die bin Laden unterstützen».

Konten eingefroren

Gemäss Reynolds sind in der Schweiz über 20 Mio. Dollar Guthaben (rund 33 Mio. Fr.) und über 60 Konten eingefroren worden. «Ich bin überzeugt, dass hier noch mehr dazukommt. In der Schweiz werden sehr schnell Guthaben beschlagnahmt, noch bevor die Öffentlichkeit davon erfährt.»

«Die Behörden haben innerhalb der gesetzlichen Möglichkeiten alles getan, um den Terrorismus zu bekämpfen», so meint Reynolds weiter. «Die Schweiz wird ja sicher keine Truppen nach Afghanistan schicken, um die US-Soldaten zu unterstützen. Dafür wird an der Finanzfront, bei der Vermögens-Durchleuchtung und beim Aufdecken von Terrorzellen im Land selbst beste Arbeit geleistet.»

Altes «Spionen-Land»-Vorurteil

Wie sich die Schweiz in der Suche nach Terroristengelder einbringt, entspricht aber leider nicht dem Image des Landes. «Der Mythos will es, dass das Land als Geldwäscherparadies gilt. Dabei ist die Schweiz ein Pionier in Sachen Regulierung des Geldwaschens», meint Reynolds.

«Gerade in den Köpfen der Amerikaner existiert dieses alte Spionen-Land-Modell über die Schweiz immer noch», bedauert der US-Botschafter, «sie begreifen nicht, was hier in der Zwischenzeit geleistet wurde».

Ungeachtet seiner kurzen Zeit in Bern wünscht sich Mercer eine engere politische Beziehung zwischen der Schweiz und den USA. «Denn wirtschaftlich sind unsere beiden Länder sehr verflochten. Die Schweiz ist der sechstgrösste Investor in den USA», konstatiert er. «Diplomatisch und politisch sollten wir ebenso verflochten sein. Und zwar nicht nur in Sachen Geldwäsche und Terrorbekämpfung».

Reynolds sieht das kommende World Economic Forum in New York als Chance für die Schweiz, eindrücklich in den USA aufzutreten.

Anna Nelson und Scott Capper

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