WM-Silber für die Schweiz
Corinne Rey-Bellet hat in St. Moritz die erste Silber-Medaille für die Schweiz geholt.
Gewonnen hat die Abfahrt an der Corviglia die Kanadierin Melanie Turgeon.
24 Stunden nach dem 3. Platz von Bruno Kernen legten die Schweizer Abfahrerinnen an den WM in St. Moritz noch einen Zacken zu: Silber für Corinne-Rey-Bellet.
Es ist ein überraschender Erfolg für Rey-Bellet – und ihre erste WM-Medaille überhaupt. «Ich habe gemerkt, dass das Publikum hinter mir ist. Ich habe sogar Briefe gekriegt», bedankte sich Rey-Bellet nach dem Rennen.
Gewonnen hat die WM-Abfahrt ebenso überraschend die Kanadierin Melanie Turgeon. Die 26-Jährige, die noch nie eine Weltcup-Abfahrts gewonnen hat, siegte in 1:34,30 Minuten. Titelgewinnerin Turgeon siegte mit 11/100 Sekunden Vorsprung vor den zeitgleichen Corinne Rey-Bellet und der österreichischen Alexandra Meissnitzer.
Mit Startnummer 31 auf Platz 2
Meissnitzer hatte mit der Startnummer 31 beinahe das Klassement noch auf den Kopf gestellt. Bei der letzten Zwischenzeit lag sie noch vor Rey-Bellet und Turgeon, die ihren ersten Abfahrtssieg gleich mit dem WM-Titel feierte.
Endlich Edelmetall für Rey-Bellet
Corinne Rey-Bellet, die sich bei den Weltmeisterschaften 2001 in St. Anton zweimal mit dem 4. Platz hatte begnügen müssen, wuchs im Rennen über sich hinaus.
Im Training war sie nie unter den ersten zehn klassiert gewesen. Für sie waren nur die 11., 17. und 23. Zeit gestoppt worden. Aber als es ernst galt, zeigte sich die «Wundertüte» Rey-Bellet von ihrer besten Seite.
Gutes Gefühl schon beim Einfahren
Im oberen Abschnitt, wo es aufs Gleiten ankam, lag Rey-Bellet noch ein paar Hundertstel zurück. In «ihrem» technischen Teil legte sie aber zu und sorgte für den zweiten Schweizer Exploit an dieser WM.
«Ich hatte schon beim Einfahren ein gutes Gefühl», meinte die im sanktgallischen Abtwil wohnhafte Walliserin, die seit letztem Sommer eigentlich Frau Stadler heisst.
«Ich spürte überhaupt keine Schmerzen im Knie und sagte mir vor dem Start: Jetzt gibt es nur eines, angreifen, angreifen.» Beim ersten Rennen der Saison in Sölden hatte sie sich am Knie verletzt.
Persönliche Bestleistung
Die Bernerin Monika Dummermuth konnte ihre Trainings-Exploits am Sonntag nicht wiederholen. Sie wisse nicht, ob sie jetzt enttäuscht sei oder nicht, sagte sie im Zielraum nach dem Rennen.
Mit dem 10. Platz hat die Berner Newcomerin eine persönliche Bestleistung hingelegt. Sie habe ja vorher einfach unter die ersten 15 fahren wollen, was ihr bisher noch nie gelungen sei.
Die Favoritinnen gingen alle leer aus: Die Olympiasieger Carole Montillet (Fr) wurde nur Achte, Michaela Dorfmeister (Ö), die Weltmeisterin 2001, kam über den 13. Rang nicht hinaus, und Abfahrts-Weltcupleaderin Kirsten Clark (USA) musste sich mit dem 19. Rang begnügen.
Die grippegeschwächte Mitfavoritin Hilde Gerg (D) belegte Rang 14.
swissinfo und Agenturen
Die Pist der Damenabfahrt heisst «Engadina»
Start: 2’745 m.ü.M
Höhendifferenz: 705 Meter.
Die Schlüsselstellen der Damenabfahrt:
Muot Alpina: Die Anhöhe erhielt ihren Namen vom St. Moritzer Skiclub, der 1903 gegründet wurde.
Foppa (Mulde): Der Name sagt alles.
Gianda (Geröllhalde): Wäre kein Schnee, wären da viele Steine.
Grosses Loch: Die Piste überquert eine Senke.
Weisses Band: Der Name kommt vom legendären Skirennen «Weisses Band», das 1936 erstmals stattfand.
Rainalter: Edy Rainalter war 1948 in St. Moritz Olympiasieger.
Engnis: Eine schmale Passage.
Lärchenweg: Die berühmte Lärche, die über der Waldgrenze den Naturgesetzen trotzt.
Salastrains: Das Ziel für sämtliche Rennen.
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