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Zürcher Sechseläuten kündigt mittelmässigen Sommer an

Am diesjährigen Zürcher Sechseläuten hat das Feuer fast 17 Minuten gebraucht, um dem 'Böögg' (Bild) den Garaus zu machen. Gastkanton des Frühlingsfestes war dieses Jahr der Kanton Uri, weshalb der Böögg auch mit Armbrust und Apfel präsentiert wurde.

Am traditionellen Zürcher Sechseläuten hat das Feuer dieses Jahr fast 17 Minuten gebraucht, um dem sogenannten ‚Böögg‘ (Bild) den Garaus zu machen. Gastkanton des Frühlingsfestes war dieses Jahr der Kanton Uri, weshalb der Böögg auch mit Armbrust und Apfel präsentiert wurde.

Punkt 15.15 Uhr starteten die 26 Zünfte zum dreistündigen Umzug, der von der Bahnhofstrasse via Limmatquai zur «Sächsilüüte»-Wiese beim Bellevue führte. In historischen Uniformen und traditionellen Kleidern, mit Blumen geschmückt, zu Fuss, auf Wagen und hoch zu Ross – zeigten sich die Zünfter dem Publikum.

Ehrengäste und Musikantengruppen begleiteten den stolzen Umzugstross durch die Zürcher Innenstadt. Zehntausende von Schaulustigen säumten die Strassen, um den farbenfrohen, sieben Kilometer langen Umzug mitzuverfolgen.

Gastkanton Uri

Als Gastkanton am diesjährigen Zürcher Sechseläuten präsentierte sich Uri. Eine Ausstellung, an der sich der Urschweizer Kanton von seiner vielseitigen und modernen Seite zeigte, war bereits seit Freitag auf dem Lindenhof hoch über der Limmat zu sehen.

Im Zünfter-Umzug vom Montag wurde hingegen viel Traditionelles aus dem Gastkanton geboten. Eine Gotthard-Postkutsche zum Beispiel erinnerte an längst vergangene Tage. Die Vielfalt der Urner Volksbräuche veranschaulichten die Trachtengruppen, Fahnenschwinger und Alphornbläser. Rund 500 Personen umfasste die Urner Delegation.

Böögg mit Armbrust und Apfel auf dem Kopf

Als Hommage an den Kanton Uri präsentierte sich der Zürcher Böögg mit Armbrust und Apfel auf dem Kopf. Punkt 18.00 Uhr wurde der zwölf Meter hohe Holzstoss, wo der Böögg jeweils thront, auf der Sechseläutenwiese angezündet. Nach exakt 16 Minuten und 45 Sekunden explodierte der Kopf des Bööggs in alle Himmelsrichtungen.

Im letzten Jahr hatte es 24 Minuten gedauert, ehe das Feuer dem Böögg den Garaus gemacht hatte. In den Jahren 1996-98 dauerte es jeweils um die sieben Minuten. Vor zwölf Jahren hatte der Böögg dem Feuer ganze 42 Minuten getrotzt. Je schneller der Schneemann seinen Kopf verliert, desto schöner wird der Sommer – so will es der Brauch.

Über 100 Ehrengäste

Traditionsgemäss lud jede der 26 Zünfte Ehrengäste ein. Den Bundesrat vertrat in diesem Jahr Ruth Metzler. Ausser der Vorsteherin des Justiz- und Polizeidepartements besuchten rund 110 hohe Gäste aus Politik, Wirtschaft und Militär sowie Sport, Medien und Kultur das Sechseläuten.

Mit dabei waren beispielsweise Ständeratspräsident Carlo Schmid, Botschafter Thomas Borer, Schlagerstar Udo Jürgens, die Zürcher Regierungsräte Rita Fuhrer und Ruedi Jeker, Bankier Martin Ebner und IKRK-Präsident Jakob Kellenberger. Auch etwa zwei Dutzend Prominente aus dem Gastkanton Uri, zum Beispiel Ex-Skirennfahrer Bernhard Russi, beteiligten sich am Sechseläuten-Umzug.

Eigener Umzug der Frauen-Zunft

Zur selben Zeit wie der traditionelle Sechseläuten-Umzug, an dem Frauen nicht zugelassen sind, veranstaltete die Frauen-Zunft, die Gesellschaft zu Fraumünster, einen eigenen Umzug. Diese von der Stadt bewilligte Veranstaltung führte vom Fraumünster via Paradeplatz, Bahnhofstrasse, Central und Limmatquai zurück ins Niederdorf.

Traditionsgemäss ehrte die 1998 gegründete Frauenzunft am Montagvormittag eine historische Frauenpersönlichkeit. Diesmal wurde für Katharina von Zimmern (1478-1547), Zürichs letzte Fraumünster-Aebtissin, eine Gedenktafel enthüllt.

swissinfo und Agenturen

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