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Schweizer Kriegsmaterial-Ausfuhren erreichen fast Rekordwert

Ein Mann prüft Munition
Der grösste Teil der Exporte waren Munition und Munitionsbestandteile. sda-ats

Schweizer Unternehmen haben im vergangenen Jahr für 948,2 Millionen Franken Kriegsmaterial exportiert. Damit erreichen die Kriegsmaterialexporte im letzten Jahr fast den Rekordwert aus dem Jahr 2022 in Höhe von 955 Millionen Franken.

Wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mitteilte, war 2025 Deutschland mit Exporten im Wert von 386,4 Millionen Franken der grösste Hauptabnehmer der vom Seco bewilligten Lieferungen. Auf Platz zwei bis fünf folgen die USA, Ungarn, Italien und Luxemburg.

Die Exporte nach Europa machten 86,1 Prozent aller Ausfuhren aus, danach folgt der amerikanische Kontinent mit 10,4 Prozent. In 64 Länder gingen die Kriegsmaterialexporte.

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Vor allem Munition exportiert

Nach Kategorien von Kriegsmaterial machten 2025 die Ausfuhren von Munition und Munitionsbestandteilen gut 43 Prozent der Gesamtsumme aus. Fast 24 Prozent der Exporte entfielen auf gepanzerte Fahrzeuge sowie deren Bestandteile.

Auch Waffen jeglichen Kalibers, Bestandteile von Kampfflugzeugen, Feuerleiteinrichtungen, Explosiv- und Brenn- sowie Treibstoffe exportiert die Schweizer Industrie.

Im Vergleich zum Vorjahr entspricht der Wert von 948.2 Millionen Franken einer Zunahme um knapp 43 Prozent. Für 664.7 Millionen Franken führte die Schweizer Industrie im vergangenen Jahr Kriegsmaterial aus.

Auf Platz zwei der Jahre mit den meisten Schweizer Kriegsmaterialausfuhren lag bisher das Jahr 2020 mit Exporten von 901,2 Millionen Franken.

Laut dem Seco fiel die gesamte Kriegsmaterial-Ausfuhr aus der Schweiz im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um rund 17 Prozent höher aus.

Die Waffenexporte erreichen also einen viel höheren Wert und machen laut Seco 0,21 Prozent der gesamten Warenausfuhr der Schweizer Wirtschaft aus.

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Exportgesetz soll gelockert werden

Das Seco wies darauf hin, dass die Schweiz Anfragen anderer Länder um Weitergabe von Schweizer Kriegsmaterial an die Ukraine weiterhin nicht positiv beantworten könne. Dies aufgrund des neutralitätsrechtlichen Gleichbehandlungsgebots.

Zudem schliessen auch die Bewilligungskriterien des Schweizer Kriegsmaterialgesetzes die Lieferung von Kriegsmaterial an Länder aus, die in einen internationalen, bewaffneten Konflikt verwickelt sind.

Im Dezember weichten die eidgenössischen Räte mit Rücksicht auf Schweizer Rüstungsbetriebe allerdings die Exportregeln für Kriegsmaterial auf.

Gemäss der von einer bürgerlichen Mehrheit gezimmerten Vorlage sollen Schweizer Rüstungsbetriebe künftig auch Kriegsmaterial an 25 westliche Länder liefern können, die sich in einem bewaffneten Konflikt befinden.

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Auch die Weitergabe von Waffen soll grundsätzlich möglich sein. Der Bundesrat soll ein Vetorecht erhalten – zum Beispiel, wenn er die Neutralität oder die aussen- und sicherheitspolitischen Interessen der Schweiz gefährdet sieht.

Anfang Jahr lancierte eine Allianz aus SP, Grünen, EVP, Armeegegnern und Nichtregierungs­organisationen das Referendum gegen diese «Lex Rüstungsindustrie».

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