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Dokfilm sucht in Glaubensgemeinschaften nach Frauenrechten

Keystone-SDA

"Girls & Gods" ist eine Tour d’horizon durch unterschiedliche Religionen. Geleitet von der ukrainischen Aktivistin Inna Shevchenko geht der österreichisch-schweizerische Dokumentarfilm der Frage nach, wie es im kirchlichen Kontext um Frauenrechte steht.

(Keystone-SDA) Monotheistische Religionen und Feminismus – passt das zusammen? Und wenn ja, wie? Diese Fragen stellt Inna Shevchenko, Aktivistin bei der ukrainischen feministischen Gruppe Femen, in diesem herausfordernden Dokumentarfilm.

Herausfordernd deshalb, weil die Gespräche, die Shevchenko mit Theologinnen, Atheistinnen, Abtreibungsgegnerinnen und Vertreterinnen unterschiedlicher Konfessionen führt, einen hin und her reissen – zwischen Wut und Versöhnlichkeit, Toleranz und totalem Unverständnis, längst Bewusstem, lang Ersehntem und vielen neuen Einsichten.

Shevchenkos Recherche-Reise führt durch die USA, Deutschland, England und Frankreich. Unter der Regie des österreichischen Duos Verena Soltitz und Arash T.Riahi besucht sie Kirchen, Moscheen und Synagogen, um die Gemeinschaften auf ihre feministischen Ansichten und ihr Engagement für Veränderung zu untersuchen.

Dabei sucht sie bewusst nach Persönlichkeiten, die für Reformierung stehen, wie etwa die österreichische Bischöfin Christine Mayr-Lumetzberger, die Transgender-Rabbinerin Abby Stein oder die Priesterin Shannon Sterringer. Sie alle machen sich für die Gleichstellung von Frauen in monotheistischen Glaubensgemeinschaften stark.

Hartnäckig und kritisch

Inna Shevchenko, von der im Film mitunter die berühmte Szene gezeigt wird, in der sie in Kiew mit einer Motorsäge ein riesiges Holzkreuz fällt, kommt zuweilen stark an ihre Grenzen. Etwa, als sie einer Muslimin eine frauenverachtende Passage im Koran zeigt, oder als ihr eine streng gläubige Jüdin erzählt, wie sie mit ihrer Perücke ausdrücke, dass sie ihrem Mann gehöre.

Sie stellt hartnäckig kritische Fragen und wird oft ernüchtert. Doch Shevchenko bleibt offen, hört zu, sie wertet nicht. Und ja, so kommt es, dass die Zuschauerin hin und wieder denkt, das kann sie doch jetzt nicht einfach so stehen lassen.

Die Stärke des Films ist am Ende aber nicht in der Entlarvung frauenfeindlicher Glaubensansätze zu finden. Es geht vielmehr darum, dass eben gerade durch den respektvollen Umgang Shevchenkos, diese Begegnungen auf Augenhöhe, zu Tage kommt, wie sehr sich Frauen, so unterschiedlich sie die heilige Schrift oder den Feminismus auch auslegen mögen, stets im Frausein finden. Und zusammenhalten.

*Dieser Text von Miriam Margani, Keystone-SDA, wurde mithilfe der Gottlieb und Hans Vogt-Stiftung realisiert.

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