Fed-Chef Warsh zeigt sich besorgt über hohe Inflation
US-Notenbankchef Kevin Warsh hat sich besorgt über die hohe Inflation in den USA gezeigt. Zugleich machte er in seiner Rede vor Notenbankern am Freitag deutlich, dass er die Geldpolitik trotz der hohen Zinsen kaum als besonders bremsend für die Wirtschaft einschätzt.
(Keystone-SDA) Die Aussagen sprechen dafür, dass das Fed bei der nächsten Zinssitzung Mitte September auch eine weitere Erhöhung erwägen wird.
«Insgesamt würde es mir schwerfallen, die Finanzierungsbedingungen als restriktiv zu bezeichnen», sagte Warsh an seinem Auftritt beim jährlichen Notenbanktreffen in Jackson Hole. Die Lage bei der Inflation habe sich zuletzt «nicht massgeblich verbessert». Das Fed müsse reagieren, sollte sich die Teuerung nicht «zügig» in Richtung des Zielwerts von 2 Prozent bewegen. Um die Inflation mache er sich derzeit mehr Sorgen als um den Arbeitsmarkt.
LBBW-Experte Elmar Völker sieht damit eine Zinserhöhung im September als ernsthafte Möglichkeit. Entscheidend dürften die kurz vor der Fed-Sitzung am 15. und 16. September veröffentlichten US-Inflationsdaten für August werden. «Schwächt sich die Kerninflation nicht ab, dann ist eine Zinserhöhung ernsthaft im Spiel», erklärte Völker. Die Entscheidung könnte aus seiner Sicht «auf Messers Schneide stehen».