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ABB verkauft Geschäft mit Kernkraft

ABB zieht sich ganz aus dem Kraftwerkgeschäft zurück. Nur ein Jahr nach der Ankündigung wird das Joint-Venture zwischen ABB und der britisch-französischen Alstom aufgelöst. Alstom kauft die ABB-Beteiligung für 1,25 Milliarden Euro.

Der weltweit tätige ABB-Konzern zieht sich ganz aus dem Kraftwerkgeschäft zurück. Nur ein Jahr nach der Ankündigung wird das Joint-Venture zwischen ABB und der britisch-französischen Alstom aufgelöst, wie die beiden Unternehmen am Freitag (31.03.) mitteilten. Alstom kauft die ABB-Beteiligung für 1,25 Milliarden Euro.

Vor einem Jahr gaben die beiden Konkurrenten ABB und Alstom bekannt, sie attackierten den Stromerzeugungs-Weltmarkt fortan gemeinsam. Die beiden Unternehmen legten ihre entsprechenden Tätigkeiten in der Gemeinschaftsunternehmung ABB Alstom Power zusammen, wodurch der weltweit grösste Konzern der Branche mit einem Pro-forma-Umsatz von rund elf Milliarden Dollar entstand. Alstom bezahlte ABB eine Bar-Kompensation von 1,5 Milliarden Dollar für die unterschiedlichen Beiträge der beiden Firmen an das neue Unternehmen.

Nun gehen die Firmen wieder getrennte Wege. Alstom kauft die ABB-Beteiligung für 1,25 Milliarden Euro (rund zwei Milliarden Franken). Grund für die Auflösung des Joint-Ventrue sei, dass sich Alstom strategisch auf den Kraftwerkbereich konzentrieren wolle, sagte ein ABB-Sprecher auf Anfrage. Gleichzeitig gehöre dieses Geschäft nicht mehr zu den Kernkompetenzen der ABB. Prinzipiell habe ABB Alstom Power aber sehr erfolgreich gearbeitet.

LautABB-Geschäftsbericht erwirtschaftete das Unternehmen im ersten operativen Halbjahr einen Gewinn vor Steuern in der Höhe von 12 Millionen Euro. Für das Kraftwerkgeschäft sei das Marktumfeld derzeit sehr günstig, es werde wieder mehr in dieses zyklische Geschäft investiert. Alstom erwirtschaftet nach eigenen Angaben 80 Prozent des Umsatzes mit dem Energie- und dem Transport-Infrastruktur-Geschäft.

ABB steigt einer strategischen Neuausrichtung folgend aus der Schwerindustrie aus. Nach der Auslagerung der Stomerzeugungs-Aktivitäten und dem Verkauf weiterer Geschäftsbereiche wie das Bahn-Infrastruktur-Geschäft veräusserte der Konzern im vergangenen Dezember das nuklearen Stromerzeugungs-Geschäft an den britischen BNFL-Konzern.

Die Atomstromaktivitäten waren nicht Teil von ABB Alstom Power. ABB konzentriert sich verstärkt auf den Technologie- und High-Tech-Bereich, unter anderem auf intelligente IT-Lösungen für die Energie-Übertragung und -Verteilung sowie das Servicegeschäft.

Ob die Übernahme der ABB-Beteiligung weitere Auswirkungen auf die Arbeitsplätze haben wird, stand vorerst nicht fest. Bereits Ende Februar hatte ABB Alstom Power den Abbau von weltweit 10’000 von insgesamt 54’000 Stellen angekündigt. Betroffen sind 25 Produktionsstandorte. Das Restrukturierungsprogramm soll die Kosten in den kommenden drei Jahren um 30 Prozent reduzieren.

swissinfo und Agenturen

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