Banken wollen besser über Bankgeheimnis informieren
Die Schweizer Banken wollen internationale Kundschaft besser über Möglichkeiten und Grenzen des Bankgeheimnisses informieren. Dazu dient unter anderem ein neu geschaffenes Merkblatt.
Die Schweizer Banken wollen internationale Kundschaft besser über Möglichkeiten und Grenzen des Bankgeheimnisses informieren. Dazu dient unter anderem ein neu geschaffenes Merkblatt.
Die Schweiz gerät auf der internationalen Bühne wegen des Bankgeheimnisses regelmässig ins Zwielicht. Aus Sicht der Banken geschieht dies häufig ohne genaue Kenntnis von Sinn und Zweck dieses Markenzeichens des Schweizer Finanzplatzes.
Die Banken wollen darum ihre Kunden über das Bankgeheimnis besser informieren. Die Schweizerische Bankiervereinigung hat nach eigenen Angaben ein Faltblatt unter dem Stichwort ‚Schweizer Bankkundengeheimnis schützt die Privatsphäre‘ entwickelt. Am 9. Dezember werden sich zudem Vertreter der Branche in Zürich treffen, um Unterlagen für die interne Information über das Bankgeheimnis auszuarbeiten.
Die Bankiers befürchten, dass der Druck des Auslandes auf die Schweiz in Sachen Bankgeheimnis namentlich im Zusammenhang mit der laufenden Steuerdiskussion in den nächsten Jahren nicht nachlassen wird. Es sei zwar ein altes Thema, aber auch ein Thema der Zukunft.
In der jüngsten Zeit war die Problematik des Bankgeheimnisses und der Steuerhinterziehung auch ein Diskussionsthema im Rahmen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die Schweizer Regierung hatte im Ausland immer versucht, den Schweizer Standpunkt zu verteidigen.
So erklärte Finanzminister Kaspar Villiger im September in Frankfurt anlässlich einer PR-Offensive des Finanzplatzes Schweiz, dass die Abschaffung der geltenden Rechtslage nicht zur Diskussion stehe. Ein angemessener Schutz der Bankkunden sei notwendig. ‚Dazu kommt, dass das Bankgeheimnis in unserem Volk tief verankert ist. Ich hielte seine Abschaffung innenpolitisch sogar dann für unmöglich, wenn wir es unter aussenpolitischem Druck abschaffen wollten‘, hatte Villiger in Frankfurt betont.
Laut einer im vergangenen Sommer publizierten Umfrage des Eidgenössischen Finanzdepartementes befürworteten 73 Prozent der Schweizer Bevölkerung das Bankgeheimnis in seiner jetzigen Form.
SRI und Agenturen
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