Der Erfolg zahlt sich nicht aus
Die Expo.02 ist ein grosser Publikumserfolg, doch die Einkünfte bleiben aus. Allenfalls werden zusätzliche Bundesmittel benötigt.
«Ein regelrechter Publikumserfolg», sagte Expo-Generaldirektorin Nelly Wenger in Biel zur ersten Halbzeit der Landesausstellung.
Laut Wenger liegt die Expo mit 4,4 Mio. Eintritten und 2,92 Mio. verkauften Tickets bei Halbzeit wie geplant im Rennen. Der mit den Eintritten erzielte Umsatz sei jedoch mit rund 150 Mio. Franken zirka 11% unter den Erwartungen (171,5 Mio. Franken).
«Wir sind Geiseln unseres Erfolges», sagte Wenger in diesem Zusammenhang. Im Vorverkauf habe man doppelt so viele verbilligte Eintrittskarten verkauft als erwartet. Zudem seien 25% bis 30% der derzeit abgesetzten Tickets Abendeintritte für 10 Franken.
Ob die Expo finanziell ohne zusätzliche Bundesmittel über die Runden komme, stehe aber «auf Messers Schneide».
Letzte vier Wochen entscheidend
Laut Marketing-Direktor Rainer Müller werden derzeit pro Tag über 18’000 Tickets verkauft. Nach wie vor sei es möglich, die budgetierten Besucher- und Eintrittszahlen (4,3 respektive 10,5 Millionen) zu erreichen.
«Wenn das Wetter in den Schlusswochen mitspielt, ist dieses Ziel erreichbar», sagt Müller zu swissinfo. Die Expo könne sogar zwischen 8 und 11 Millionen Besucher erwarten.
«Der Match wird in den letzten vier Wochen entschieden» sagte Müller. Dies hätten die Ausstellungen in Hannover oder Lissabon gezeigt.
Schwieriger als erwartet ist es laut Müller, Gäste aus den Nachbarländern Frankreich und Deutschland zu gewinnen. Die Expo rechnet mit insgesamt einer Million ausländischer Besucher. Hier habe man wegen dem starken Franken mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie der Schweizer Tourismus im Allgemeinen.
«Wir müssen Sonderanstrengungen unternehmen, um ausländische Besucher an die Expo zu bringen», sagt Rainer Müller zu swissinfo. «Aber wir glauben, dass das Produkt im Ausland ankommt, weil die Expo sich nicht nur auf die Schweiz bezieht.»
Die Expo gehe über das gewöhnliche Cliché der Schweiz hinaus, und das sei ein wichtiges Element auf Schlüsselmärkten wie Frankreich, Deutschland, Italien und Grossbritannien. «Dort müssen wir ein anderes Image der Schweiz zeigen – jenes, das wir hier an der Expo zeigen», so der Marketing-Direktor zu swissinfo.
130 Millionen Risikoreserven
Unbefriedigend ist laut der Expo-Leitung die Einnahmesituation aus den Nebenaktivitäten wie Schifffahrt, Funparks, Beherbergung, Verkauf oder Parkplätze.
Die Landesausstellung verfügt über Risikoreserven von 130 Mio. Franken. Laut Finanz-Direktor Walter Häusermann rechnet die Expo mit einer Gewinn-Verlust-Spanne von rund 80 Mio. Franken. Somit ist es möglich, dass die Expo.02 weitere öffentliche Gelder (bis zu 40 Mio. Franken) brauchen wird.
swissinfo und Agenturen
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