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Ebners BZ-Bank erleidet massiven Gewinneinbruch

Der Halbjahresgewinn von Martin Ebners BZ-Bank ist massiv eingebrochen. Ein deutlich tieferer Wertschriftenertrag und anhaltend hohe Kommissionserträge prägten das Geschäft. Das Engagement beim Pharmakonzern Roche wird drastisch gesenkt.

Der ausgewiesene Halbjahresreingewinn sank im Vorjahresvergleich um rund 42 Prozent auf 69 Mio. Franken, wie die BZ-Bank in Wilen bei Wollerau (SZ) am Donnerstag (06.07.) bekannt gab; die Eigenkapitalrendite betrage 30 Prozent. Der Bruttogewinn lag mit 88 Mio. Franken 33 Prozent tiefer als Mitte 1999.

Laut Erfolgsrechnung stieg der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um zwei Prozent auf 72 Mio. Franken, jener aus dem Zinsengeschäft um 25 Prozent auf 5,9 Mio. Franken. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft sackte aber um fast 78 Prozent auf 13,1 Mio. Franken. Massiv stieg der Gesamtposten Abschreibungen auf Anlagevermögen, Wertberichtigungen und Rückstellungen auf 8,55 Mio. (Vorjahr: 801’362) Franken.

Die Bilanzsumme sank auf 773 Mio. (Ende 1999: 1,169 Mrd.) Franken, die Eigenmittel per Mitte Jahr wurden mit 266 (Ende 1999: 397) Mio. Franken ausgewiesen. Die Bank verwaltet Wertschriftendepots für 45 Mrd. Franken. Zur weiteren Optimierung der Kapitalstruktur wurde Anfang Juli der BZ Gruppe Holding eine ausserordentliche Dividende von 39 Mio. Franken überwiesen.

Roche-Anteil massiv abgebaut

Zu den Beteiligungsgesellschaften der BZ-Gruppe, den so genannten Visionen, sagte Ebner, die Industriebeteiligungen seien zu Gunsten des Finanzsektors abgebaut worden. In der Pharma Vision wurde der Roche-Anteil seit Ende 1999 von 54 Prozent auf 21,6 Prozent gesenkt; die BZ-Gruppe fuhr beim Verkauf von Roche-Inhaberaktien einen Verlust von 300 Mio. Franken ein. Der Abbau hing offenbar mit der Ablehnung von Ebners Kandidatur für den Roche-Verwaltungsrat zusammen. Er liess durchblicken, die BZ-Gruppe könnte sich ganz von Roche trennen.

Zur BK Vision kam neu eine Beteiligung von 4,7 Prozent an den Basler Versicherungen hinzu. Der grösste Anteil entfällt mit 26,4 Prozent auf die Credit Suisse Group (CSG). Ebner war auch von dieser als Verwaltungsratsmitglied abgelehnt worden. Zwar seien der BZ-Gruppe damit die Mitwirkungsrechte verweigert worden, doch habe sich die Möglichkeit einer grösseren Beteiligung an CSG eröffnet, sagte Ebner. Weiter gab er bekannt, die BZ-Gruppe halte neu 82,08 Prozent der Immobiliengesellschaft Intershop.

Geheimniskrämerei um neue Vision

Zugeknöpft gaben sich Ebner und Kurt Schiltknecht zur neuen Spezialitäten Vision, der Nachfolgerin der früheren Gas Vision. Laut Ebner ist sie mit gegen 100 Mio. Franken investiert; branchenmässig und geografisch gebe es kaum Beschränkungen. Laut Schiltknecht wird über Beteiligungen erst informiert, wenn gesetzliche Limiten erreicht sind. Allgemein werde die Information auf das von Aktienrecht und Börsenvorschriften Vorgeschriebene beschränkt.

swissinfo und Agenturen

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