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Engpässe auf der Schiene

Grenzbahnhof Chiasso: Hier wird es besonders eng werden. Keystone

Mit der Verkehrs-Verlagerung wird es eng auf den zukünftigen NEAT-Zubringerstrecken. Deshalb wollen SBB und BLS eine Kapazitäts-Erhöhung.

Dazu schlagen die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und die Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn (BLS) eine Gleichstellung der Güter- und Regionalzüge sowie Investitionen in die Infrastruktur vor. Das teilte das Bundesamt für Verkehr (BAV) mit. Für das BAV darf der Regionalverkehr nicht auf der Strecke bleiben.

Wenn der Schwerverkehr im gewünschten Umfang von der Strasse auf die Schiene verlagert werde, seien Kapazitäts-Engpässe auf der Schiene absehbar, kommt die am Donnerstag veröffentlichte Studie im Auftrag des BAV zum Schluss.

Die Engpässe lägen nicht auf den transalpinen Strecken, wo mit den neuen Basistunnels genügend Kapazitäten zur Verfügung stünden. Probleme gebe es bei den Grenzübertritten sowie in Knotenpunkten der Regionen Bern, Oberwallis oder dem Tessin. In drei Schritten lasse sich die Kapazität auf der Gotthard- und der Lötschberg-Achse aber um insgesamt 150 bis 200 Züge pro Tag steigern.

Güterverkehr dem Regionalverkehr nicht vorziehen

Eine der vorgeschlagenen Massnahmen ist die Gleichstellung der Langstrecken-Güterzüge mit den Regionalzügen auf der Nord-Süd-Achse. Dies soll je nach Tageszeit eine flexible Handhabung ermöglichen, wie BAV-Sprecher Heinz Schöni sagte. In Stosszeiten würden Regionalzüge bevorzugt, in Randzeiten könnten Güterzüge bevorzugt durchgelassen werden.

Das BAV lege aber Wert darauf, dass der Güterverkehr dem Regionalverkehr nicht grundsätzlich vorgezogen werde, da sonst die Qualität des Personenverkehrs leide. Laut BAV-Direktor Max Friedli geniessen der Agglomerations-Verkehr der Bahn und die S-Bahn eine hohe Priorität.

Zusätzliche Massnahmen und Investitionen

Als weitere Massnahmen schlagen SBB und BLS eine Ausdehnung der Betriebszeiten in den Rangier-Bahnhöfen, einen Taktplan für den Güterverkehr, den Ersatz einzelner Regionalzüge durch Busse, höhere Geschwindigkeiten und höhere Lasten für Güterzüge, weniger Grenz-Administration sowie die Abschaffung des Lokomotiv-Wechsels an der Grenze vor.

In einem zweiten Schritt sollen 500 bis 600 Mio. Franken in die Grenzbahnhöfe und Umschlag-Terminals investiert werden. Damit könnten neue Anlagen und Überholgeleise in den Räumen Basel, Bern und Visp (VS) sowie eine Kapazitäts-Steigerung auf der Strecke Luino (I) – Cadenazzo (TI) finanziert werden. Als drittes erwähnen die Bahnen Massnahmen zur Leistungs-Steigerung im Umfang von drei bis vier Mrd. Franken, die teilweise in der zweiten Etappe Bahn 2000 enthalten seien.

Laut SBB-Chef Benedikt Weibel müssen die Produktions-Abläufe im Gütertransit eng mit den Partnerbahnen in Deutschland (DB) und Italien (FS) geplant werden. Bei der zweiten Etappe Bahn 2000 müsse zudem versucht werden, die Bedürfnisse des Personen- und des Güterverkehrs so stark wie möglich zu entflechten.

swissinfo und Agenturen

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