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Erste Tranche von Abacha-Geldern freigegeben

Die Schweiz hat 66 Mio. Dollar des Abacha-Clans an Nigeria freigegeben. Der Genfer Staatsanwalt Bernard Bertossa bestätigte am Freitag (21.07.) einen entsprechenden Bericht der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ).

Laut NZZ sind die Gelder bereits an Nigeria überwiesen worden.

Bei den von den Genfer Justizbehörden freigegebenen Vermögenswerten handelt es sich um eine erste Tranche der in der Schweiz blockierten 670 Mio. Dollar, die dem Clan des 1998 verstorbenen nigerianischen Machthabers zugeordnet werden.

Dass die Freigabe der Gelder im Vergleich zu anderen Fällen relativ rasch erfolgte, hängt laut Bertossa vor allem damit zusammen, dass keine Einsprachen eingingen.

Der nigerianische Präsident Olusegun Obasanjo hatte bei einem Besuch Ende Juni angedeutet, die Schweiz sei zu einer raschen Rückerstattung der Gelder bereit. Eine erste Zahlung hatte er bereits damals für den Juli angekündigt. Dass die Gelder bereits nach Nigeria überwiesen wurden, bestätigte Bertossa nicht.

Laut Informationen der NZZ sind die Gelder jedoch bereits an ein internationales Finanzinstitut zu Handen der nigeranischen Zentralbank überwiesen worden.

Nigeria wirft dem ehemaligen Präsidenten vor, die Zentralbank systematisch geplündert und insgesamt rund 3 Mrd. Dollar illegal ins Ausland geschafft zu haben.

Präsident Obasanjo hatte das Total der gesperrten Gelder dereinst auf 1,8 bis 2 Mrd. Dollar beziffert. Neben der Schweiz liess unter anderem Luxemburg rund 600 Mio. Dollar vorsorglich sperren. Abacha-Gelder werden auch in Frankreich, Deutschland, Belgien, Grossbritannien und Liechtenstein vermutet.

swissinfo und Agenturen

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