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Euro auf Kurs

Im Euro-Land haben die nationalen Währungen ausgedient, in der Schweiz werden Euro und Franken akzeptiert. Keystone Archive

Am 28. Februar verlieren die Währungen der meisten EU-Länder ihre Gültigkeit. Die Umstellung auf den Euro verlief oft besser als erwartet - auch in der Schweiz.

Es hätte nicht an der Schadenfreude von Europa-Skeptikern gefehlt, wenn es mit der Umstellung auf den Euro geharzt hätte – nicht nur in Frankreich, wo vor den Präsidentenwahlen linke und rechte EU-Skeptiker Wähleremotionen schüren. Auch Englands bisher oft hysterische Anti-Euro-Schlagzeilen scheinen abzuebnen. Nur die Deutschen spüren Nostalgie.

In der Schweiz überrascht der reibungslose Euro-Wechsel kaum. Auch in unserem Land, so der Nationalbank-Sprecher Werner Abegg, sei es in allen grösseren Ortschaften kein Problem, mit der neuen Fremdwährung Transaktionen durchzuführen.

Anteil wird gering bleiben

Abegg sagt dem Euro als Zahlungsmittel auch in der Schweiz ein gewisses Gewicht im Tourismus und bei den Grenzgängern voraus. Doch eine Entwicklung in Richtung Parallelwährung sieht man bei der Nationalbank nicht. «Wir gehen davon aus, dass der Euro insgesamt einen etwas höheren Anteil am Zahlungsverkehr im Land haben wird als es bisher die einzelnen europäischen Währungen in ihrer Summe gehabt haben», so Abegg. In Anteilen am Geldvolumen gesprochen, dürfte das ungefähr 3% entsprechen.

England bald Eurozone?

In England wird nun bereits um rund das Datum des Euro-Referendums spekuliert. Europa-Minister Peter Hain sprach letzte Woche von einem möglichen Termin bereits im kommenden Frühling. Doch gemäss Finanzminister Gordon Brown müssen erst die wirtschaftlichen Kriterientests erfüllt sein, bevor Grossbritannien zur Eurozone stösst: Die gemeinsame Währung muss demnach Wachstum, Arbeitsplätze, Stabilität und Investitionen ankurbeln.

Deutschlands Frauen nostalgischer

54% der Frauen in Deutschland, so ergaben Umfragen, trauern der DM nach – gegenüber nur 40% der Männer. Und immer noch 32% der Befragten sprachen sich gegen den Euro aus. Deutschland hatte 1948 eine weitreichende Währungsreform, und der Osten Deutschlands hat vor rund einem Jahrzehnt die DM erst eingeführt.

Dabei ärgern sich gemäss dem «Inra»-Umfrageinstitut viele Deutsche weniger über den Euro an sich als über die Preissteigerungen, die im Lauf des Januars mit der Wechselperiode angefallen sind. Das habe die Verbraucher verunsichert und skeptisch gemacht, ob der Euro die Wirtschaftskraft fördern werde.

Österreicher enthusiastischer

Bereits drei Wochen nach dem 1. Januar hätten 93% aller Österreicher den Euro im Griff gehabt, wie eine Umfrage des Instituts «Fessel» in Wien ergab. Besonders für Männer im mittleren Alter, für besser Gebildete und Verdienende sowie für Westösterreicher sei die Umstellung unproblematisch verlaufen. Beklagt hätten sich aber die ganz Jungen und die Senioren.

Franzosen kontrollieren mit dem Rechner

Im skeptischen Frankreich sah man auch im Februar oft noch Verbraucher, die im Laden mit ihrem Rechner die Franc-Euro-Relationen nachprüften. Die Franzosen behalten auch die Inflationszahlen aufmerksam im Auge. Teuerungseffekte könnten die Euro-Umstellung stark banalisieren. Doch gemäss INSEE sei im Januar nur 0.1% der Teuerung von insgesamt 0,5% auf den «Effekt Euro» zurückzuführen gewesen. Der Rest von 0,4% entfällt vor allem aufs Konto Kältewelle…

SBB-Wechselschalter: Ohne Eile

Die Schweiz nimmt’s gelassen. Und die SBB lässt mitteilen, dass an ihren Wechselschaltern auch nach dem 28. Februar vorderhand noch die alten EU-Währungen umgetauscht werden können. Die Banken dagegen geben den Donnerstag als Stichtag an

In Italien ist die Frist für den Umtausch bei Geschäftsbanken noch nicht festgelegt. In Griechenland und Österreich macht das jede Geschäftsbank nach ihrem Gutdünken. Spanische Privatbanken akzeptieren alte Währungen noch bis Ende Juni. Und der französische Franc wurde offiziell schon am 17. Februar begraben – umgetauscht wird noch bis Ende Juni.

swissinfo, Alina Kunz Popper, Jacques Allaman und Agenturen

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