The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Debatten
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast

Euro-Schwäche setzt Schweizer Industrie unter Druck

Die Auftragsbücher werden dünner. Keystone Archive

Die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) beklagt Margenrückgänge und Auftragsverluste. Grund: der schwache Euro.

Aufgrund ihrer engen Verflechtung mit dem EU-Raum hat die Schweizer MEM-Industrie die Schwäche des Euro negativ zu spüren bekommen, wie der Branchenverband SWISSMEM am Montag mitteilte. Rund zwei Drittel aller Exporte der Branche seien im vergangenen Jahr in EU-Länder gegangen.

Die über den Jahreswechsel 2001/02 von SWISSMEM befragten 278 Unternehmen erarbeiten durchschnittlich 44 Prozent ihres Gesamtumsatzes in den EU-Ländern. Entsprechend hoch ist der Stellenwert des Euro-Kurses bei den SWISSMEM-Unternehmen.

Folgen drastischer als erwartet

Gegenüber dem Startkurs von 1,62 Franken im Jahr 1999 hat der Euro bis zum heutigen Tag gegenüber dem Schweizer Franken neun Prozent an Wert verloren. Allein seit dem Januar 2001 beträgt die Abschwächung vier Prozent.

Dadurch hätten vier Fünftel der Unternehmen Margenreduktionen hinnehmen müssen, teilte SWISSMEM mit. 45 Prozent hätten Auftragsverluste erlitten und 69 Prozent Währungsverluste. Die Folgen der Euro-Schwäche seien noch drastischer ausgefallen, als sie anfangs 2001 erwartet worden seien.

Werkplatz Schweiz mitbetroffen

Laut SWISSMEM gehen die Gegenstrategien der Firmen zu Lasten des Werkplatzes Schweiz. So hätten 54 Prozent der Unternehmen mehr Vorleistungen aus dem Euro-Raum bezogen, um das Währungsrisiko zu vermindern und das Kursgefälle bei den Einkäufen zu nutzen. Seit 1995 hätten bei 63 Prozent der Unternehmen die Zulieferungen aus dem Euro-Raum zugenommen.

Bereits neun Prozent der Firmen hätten als Gegenmassnahme zur Euro-Schwäche die Verlagerung von Produktions-Kapazitäten in den EU-Raum genannt. Um Aufträge zu erhalten, hätten 35 Prozent der Unternehmen vermehrt Abschlüsse in Euro tätigen müssen. 18 Prozent hätten das Währungsrisiko an inländische Zulieferer weitergegeben, indem sie diese in Euro bezahlt hätten.

Kurswechsel der Nationalbank gefordert

Eine wesentliche Verbesserung der Kursverhältnisse wird nur von knapp einem Drittel der Befragten erwartet. Zur Entschärfung der Situation würden über die Hälfte der Unternehmen eine stärkere Wechselkurs-Orientierung der Nationalbank begrüssen. Über eine Anbindung an den Euro halten sich laut SWISSMEM die Befürworter und Gegner die Waage.

Die Euro-Schwäche werde die Wettbewerbsfähigkeit der schweizerischen MEM-Industrie weiterhin belasten und sie gegebenenfalls zu weiteren Anpassungs-Massnahmen des Schweizer Werkplatzes zwingen.

swissinfo und Agenturen

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!

Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft