Holocaust-Versicherungspolicen: Eagleburger-Kommission publiziert Namensliste im Internet
Die Namen von 19'000 Eigentümern nicht ausgezahlter Versicherungspolicen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs werden diese Woche im Internet veröffentlicht. Das gab die so genannte "Eagleburger-Kommission" (ICHEIC) am Dienstag (04.04.) in New York bekannt.
Die Namen von 19’000 Eigentümern nicht ausgezahlter Versicherungspolicen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs werden diese Woche im Internet veröffentlicht. Das gab die so genannte «Eagleburger-Kommission», die Internationale Kommission für Versicherungsansprüche aus der Zeit des Holocaust (ICHEIC), am Dienstag (04.04.) in New York bekannt.
Schon heute Mittwoch (05.04.) sollen rund 10’000 Namen publiziert werden, die von den an der Kommission beteiligten Versicherungen stammen (Zürich, Winterthur, Allianz, Generali, Axa).
Weitere 9’000 Namen aus österreichischen Archiven sollen bis Samstag (08.04.) ins Internet gestellt werden, wie die Kommission mitteilte. Ansprüche von Holocaust-Opfern und ihren Erben an die Versicherer werden insgesamt auf eine bis vier Milliarden Dollar geschätzt.
Elan Steinberg, Exekutivdirektor der jüdischen Organisation World Jewish Congress, sagte, die Publikation habe grosse Bedeutung für die Angehörigen von Holocaust-Opfern, weil diese oft nur bruchstückhafte Informationen über den Versicherungspolicen-Besitz ihrer von den Nazis ermordeten Angehörigen hätten.
Nun könnten sie über das Internet (http://www.icheic.org) herausfinden, ob ihre Familien vor dem Zweiten Weltkrieg Versicherungspolicen besassen.
Die ICHEIC vertritt die Ansicht, dass sich an dem Erstattungsverfahren noch mehr Versicherungsfirmen beteiligen müssten, die zwischen 1933 und 1945 Versicherungspolicen verkauften.
swissinfo und Agenturen
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