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IWF soll effektiver und transparenter werden

Der IWF soll effektiver und berechenbarer werden. Das hat das Lenkungsorgan des IWF auf seiner Frühjahrstagung in Washington gefordert. Finanzminister Villiger (r.) erklärte, die Anliegen der Demonstranten müssten ernst genommen werden.

Der IWF soll effektiver, transparenter und berechenbarer werden. Das hat der Währungs- und Finanzausschuss, das politische Lenkungsorgan des IWF, am Sonntag (16.04.) auf seiner Frühjahrstagung in Washington gefordert. Für die Schweiz nehmen neben anderen Finanzminister Villiger und Nationalbankchef Hans Meyer an der Tagung teil.

Die Anliegen der Demonstranten an der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in Washington müssen in den Augen von Bundesrat Villiger ernst genommen werden. Der IWF beweise allerdings auch immer wieder, dass er kritikfähig sei, sagte Villiger in Washington. Dies zeige sich an seiner Reformbereitschaft, seinem Willen zu mehr Dialog und der stark verbesserten Transparenz.

Das Gremium repräsentiert die 182 Mitgliedsstaaten des Währungsfonds. In seiner Abschlusserklärung fordert es eine schnellere Entschuldung der armen Entwicklungsländer, einen besseren Schutz gegen den Missbrauch von IWF-Krediten und eine stärkere Beteiligung des Privatsektors an der Krisenbekämpfung.

Ausarbeitung von Garantieprogrammen

Die Entschuldung der ärmsten Länder solle bis Ende des Jahres abgewickelt werden, sagte der britische Schatzkanzler Gordon Brown. Kanada forderte, die Auflagen für den Schuldenerlass zu verringern. Heute Montag will der Entwicklungsausschuss von IWF und Weltbank über den Stand der Entschuldung beraten.

Bisher kommen die ärmsten Länder nur dann in den Genuss des Schuldenerlasses, wenn sie garantieren können, dass die freiwerdenden Mittel in die Armutsbekämpfung fliessen. Bei der Ausarbeitung dieser Garantieprogramme soll ihnen künftig ein gemeinsames Komitee der beiden internationalen Finanzinstitutionen helfen.

Keine grösseren Zwischenfälle

Die Tagung von IWF und Weltbank wurde von lautstarken Protesten von zehntausend Demonstranten begleitet. Sie hatten eine Menschenkette um das IWF-Gebäude gebildet, um das Treffen zu verhindern. Die meisten Finanzminister und Notenbankchefs kamen aber unter Polizeischutz in das Gebäude hinein.

Die Demonstranten zogen den ganzen Tag durch die abgesperrte Innenstadt von Washington. Es gab keine grösseren Zwischenfälle. Die Polizei nahm 20 Demonstranten fest.

Die Mitglieder der IWF-Führung bezeichneten die Demonstrationen als Ausdruck der Sorge vieler Menschen, dass die Segnungen der Globalisierung nicht alle Menschen, vor allem in den Entwicklungsländern erreichten. Sie bekräftigten die Rolle des IWF als Eckstein der internationalen Finanzarchitektur.

Der IWF müsse allen Mitgliedern, gerade auch den Entwicklungsländern, dienen und soziale Folgen seiner Tätigkeit berücksichtigen. Die Tagungen in Washington gehen heute Montag mit Beratungen der Weltbank zu Ende. Dazu sind weitere Demonstrationen angekündigt.

swissinfo und Agenturen

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