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Luchs und Wolf werden von der Bevölkerung mehrheitlich akzeptiert

Die Anwesenheit von Luchs und Wolf in den Schweizer Alpen wird laut einer WWF-Umfrage von einer Mehrheit der Bevölkerung befürwortet. Gut geheissen werden auch Subventionen an Schafzüchter und ein Verbot von Kunstdünger und Herbiziden auf Alpweiden.

In einer Umfrage im Auftrag des WWF hat die grosse Mehrheit der Befragten die Anwesenheit von Luchs und Wolf in den Schweizer Alpen befürwortet. Gut geheissen wurden auch Subventionen an Schafzüchter und das Verbot von chemischen Düngemitteln und Herbiziden auf Alpweiden, wie der WWF am Mittwoch (16.02.) mitteilte.

84 Prozent der Befragten wollen, dass der Luchs wieder in den Schweizer Alpen heimisch wird, wie die Umweltschutzorganisation schreibt. Beim Wolf sind 71 Prozent der Befragten dafür. Das Institut Link führte die Umfrage im Auftrag des WWF Anfang Februar bei 512 Personen in der Deutsch- und Westschweiz durch. Dabei war die Akzeptanz des Luchses bei den Frauen leicht höher als bei den Männern, in der Deutschschweiz etwas grösser als in der Romandie und in den Städten etwas ausgeprägter als auf dem Land.

Es bestehen laut WWF also keine wesentlichen Meinungsunterschiede. Ähnlich präsentierte sich das Bild beim Wolf, wobei dieser in der Westschweiz auf eine leicht grössere Zustimmung stiess als in der Deutschschweiz.

Die Sympathie, die eine breite Bevölkerung für die Grossraubtiere habe, werde durch die Umfrage bestätigt, schreibt der WWF. Gleichzeitg zeige sich zum ersten Mal, dass sich eine Mehrheit der Schweizer Sorgen um den biologischen Reichtum der Alpen mache und dessen Nutzung einschränken möchte.

78 Prozent sprachen sich in der Umfrage für ein Verbot von chemischen Düngemitteln und Herbiziden auf Alpweiden aus, um die biologische Landwirtschaft zu fördern. 85 Prozent wollen in den Schweizer Alpen Schutzgebiete schaffen, die nicht vom Menschen genutzt werden dürfen, damit sich Flora und Fauna auf natürliche Weise entwickeln können. 70 Prozent der Befragten befürworten zusätzliche finanzielle Mittel für Schafzüchter zum Schutz ihrer Tiere.

Derzeit leben laut Angaben des WWF rund 130 Luchse in der Schweiz, vor allem in den Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis und Bern. Der Wolf ist jedoch noch nicht definitiv in die Schweiz zurückgekehrt, auch wenn einzelne Tiere immer wieder Abstecher ins Wallis machen. Der Schafbestand nahm seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs stetig zu. 1997 gab es 450’000 Schafe in der Schweiz, wovon 240’000 Tiere während durchschnittlich 100 Tagen in den Alpen gesömmert werden. Der Bund unterstützt die Sömmerung laut WWF mit rund 65 Millionen Franken pro Jahr.

SRI und Agenturen

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